Wir helfen anderen, um sie zur Gegenhilfe zu verpflichten, und die ihnen erwiesenen Dienste sind daher eigentlich nur Wohltaten, die wir uns selbst im voraus erweisen.

- François de La Rochefoucauld

François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat

François de La Rochefoucauld betrachtet in diesem Zitat die menschliche Neigung zur Eigeninteressenorientierung auch im Kontext scheinbar altruistischer Handlungen. Seine Aussage unterstellt, dass unser Helfen oft weniger durch wahre Selbstlosigkeit als durch den Wunsch nach zukünftigen Vorteilen motiviert ist. Das Helfen wird damit zu einer subtilen Form der Investition in mögliche Gegenleistungen. Diese Perspektive kann als scharfsinnig und zugleich zynisch gelten, da sie die gängige Annahme hinterfragt, dass altruistisches Verhalten uneigennützig sei.

Dieses Zitat lädt zur Selbstreflexion ein: Inwieweit sind unsere Handlungen wirklich uneigennützig? Es beleuchtet die psychologischen Mechanismen, die oft hinter vermeintlich edlen Taten stehen, und fordert dazu auf, die Beweggründe für unser Handeln kritisch zu hinterfragen. Dabei eröffnet es auch die Möglichkeit, bewusster über unsere Interaktionen mit anderen nachzudenken und authentischer in unseren Beziehungen zu handeln.

Zitat Kontext

François de La Rochefoucauld war ein französischer Adliger und Autor, der für seine aphoristischen Reflexionen über menschliche Schwächen und die Mechanismen sozialer Interaktionen bekannt ist. Seine Werke gelten als prägnante Analysen der menschlichen Natur und des oft verborgenen Egoismus hinter scheinbar selbstlosen Taten.

Daten zum Zitat

Autor:
François de La Rochefoucauld
Tätigkeit:
französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion