Wir gingen an dem Tage einen englischen Kunstbereuter zu sehen, der bereits zweimal zum letzten Mal gespielt hatte und nun Anstalt machte, zum ersten Mal das allerletzte Mal zu spielen.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Lichtenberg spielt in diesem Zitat mit der absurden Übertreibung von Abschieden und dem menschlichen Hang, endgültige Dinge immer wieder hinauszuzögern.
Der Künstler hat sich bereits mehrfach verabschiedet, doch die 'letzte Vorstellung' scheint immer wieder neu inszeniert zu werden – eine Ironie, die sich auf viele Lebenssituationen übertragen lässt. Sei es in Politik, Showbusiness oder im Alltag: Oft wird etwas als endgültig angekündigt, nur um dann doch wiederholt zu werden.
Dieses Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Tendenz nachzudenken, Entscheidungen oder Abschiede hinauszuzögern. Wann ist ein 'letztes Mal' wirklich das letzte Mal? Und warum fällt es uns so schwer, Dinge endgültig abzuschließen?
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg war ein deutscher Schriftsteller und Satiriker des 18. Jahrhunderts, bekannt für seine scharfsinnigen Aphorismen.
Sein Zitat ist ein Beispiel für seinen feinen Humor und seine Fähigkeit, gesellschaftliche Muster zu entlarven. Die Ironie des mehrfachen 'letzten Auftritts' zeigt eine Realität, die sich nicht nur auf Theaterinszenierungen, sondern auf viele Lebensbereiche erstreckt.
Auch heute bleibt seine Beobachtung aktuell. In Politik, Sport oder Popkultur gibt es viele 'letzte' Auftritte oder Entscheidungen, die dann doch nicht endgültig sind. Lichtenbergs Zitat erinnert uns daran, solche Ankündigungen mit einem Augenzwinkern zu betrachten und uns selbst zu fragen: Wie oft halten wir an Dingen fest, die eigentlich schon abgeschlossen sein sollten?
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
- Mehr?
- Alle Georg Christoph Lichtenberg Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion