Wie dem Körper sein Schatten, folgt dem Glücke das Leid und dem Erfolge Enttäuschung, Ekel und Schmerz!
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbachs Zitat beschreibt die untrennbare Verbindung von Glück und Leid sowie die Vergänglichkeit von Erfolg. Es zeigt, dass diese scheinbar gegensätzlichen Zustände eng miteinander verwoben sind und das eine oft die Kehrseite des anderen darstellt. Die poetische Metapher des Schattens macht deutlich, dass Leid und Enttäuschung unvermeidliche Begleiter der menschlichen Erfahrung sind.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Natur von Glück und Erfolg nachzudenken. Oft streben wir nach diesen Zuständen, ohne die Konsequenzen oder ihre Vergänglichkeit zu bedenken. Ebner-Eschenbach erinnert uns daran, dass das Leben ein Kreislauf ist, in dem Hochs und Tiefs untrennbar miteinander verbunden sind. Diese Einsicht kann uns helfen, unsere Erwartungen realistischer zu gestalten und sowohl Glücksmomente als auch Herausforderungen mit mehr Gelassenheit zu begegnen.
Die Erwähnung von ‚Ekel und Schmerz‘ nach dem Erfolg deutet darauf hin, dass die Erfüllung von Zielen oft nicht die Befriedigung bringt, die wir uns erhoffen. Dies könnte eine Einladung sein, die wahren Quellen von Zufriedenheit zu überdenken – vielleicht liegt sie nicht im äußeren Erfolg, sondern in innerer Ausgeglichenheit und einem bewussten Umgang mit den eigenen Wünschen und Zielen. Ebner-Eschenbachs Worte inspirieren dazu, das Leben in seiner Dualität zu akzeptieren und aus sowohl glücklichen als auch schwierigen Erfahrungen Weisheit zu ziehen.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916) war eine österreichische Schriftstellerin und eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen des 19. Jahrhunderts. Ihre Werke zeichnen sich durch scharfsinnige Beobachtungen der menschlichen Natur und eine tiefe philosophische Reflexion aus. Als Frau, die in einer von Männern dominierten literarischen Welt Anerkennung fand, war sie selbst ein Symbol für den Triumph über Widrigkeiten.
Das Zitat spiegelt Ebner-Eschenbachs lebenskluge und oft melancholische Sicht auf die menschliche Existenz wider. Sie lebte in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels, in der alte Werte infrage gestellt wurden und neue Unsicherheiten aufkamen. Ihre Werke, darunter auch viele ihrer Aphorismen, thematisieren häufig die Ambivalenz von Erfolg, Glück und Leid.
Heute ist dieses Zitat besonders relevant, da die moderne Gesellschaft oft Erfolg und Glück idealisiert, ohne die unvermeidlichen Schattenseiten zu bedenken. Es lädt dazu ein, nicht nur das Streben nach äußeren Errungenschaften zu hinterfragen, sondern auch die inneren Aspekte des Lebens zu reflektieren. Ebner-Eschenbachs Worte sind ein zeitloser Hinweis darauf, dass die Akzeptanz der Dualität des Lebens – von Freude und Schmerz – der Schlüssel zu einem bewussten und erfüllten Dasein sein kann.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion