Wer ohne die Welt auszukommen glaubt, irrt sich. Wer aber glaubt, daß die Welt nicht ohne ihn auskommen könne, irrt sich noch viel mehr.
- François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat
François de La Rochefoucauld bringt mit diesem Zitat eine prägnante Wahrheit über die menschliche Existenz und das Verhältnis zur Gesellschaft auf den Punkt.
Der erste Teil erinnert uns daran, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, das von der Gemeinschaft, den Beziehungen und den Strukturen der Welt abhängt. Es ist eine Illusion zu glauben, man könne völlig unabhängig und isoliert existieren.
Im zweiten Teil führt La Rochefoucauld die Reflexion weiter und deckt eine andere Art von Selbsttäuschung auf: die Annahme, unentbehrlich zu sein. Diese Perspektive weist auf menschlichen Narzissmus hin, der oft aus einem überhöhten Selbstwertgefühl resultiert.
Das Zitat regt dazu an, sowohl Demut als auch Realismus zu entwickeln. Es ist ein Aufruf, die eigene Bedeutung im größeren Kontext kritisch zu hinterfragen und zu erkennen, dass jeder Mensch zwar Teil eines großen Ganzen ist, aber nicht dessen Mittelpunkt.
Die Botschaft ist universell: Sie kann auf persönliche Beziehungen, Arbeitsumfelder oder sogar gesellschaftliche Machtstrukturen angewendet werden. Indem wir diese Einsicht verinnerlichen, können wir zu einer ausgewogenen Perspektive gelangen, die sowohl unsere Abhängigkeit von anderen als auch die eigene Begrenztheit akzeptiert.
Dieses Zitat fordert auf, über Egoismus und Überheblichkeit hinauszudenken und die eigene Rolle in der Welt mit Bescheidenheit zu betrachten.
Zitat Kontext
François de La Rochefoucauld war ein französischer Schriftsteller und Moralist des 17. Jahrhunderts, bekannt für seine scharfsinnigen Reflexionen über die menschliche Natur und die Gesellschaft. Sein Werk, insbesondere die "Maximen", bietet tiefgründige Einsichten in die Schwächen, Widersprüche und Illusionen des menschlichen Daseins.
Das Zitat spiegelt die philosophischen Strömungen seiner Zeit wider, in denen das Individuum und sein Platz in der Gesellschaft zunehmend kritisch beleuchtet wurden. La Rochefoucauld lebte in einer Ära, in der der französische Hof eine zentrale Rolle spielte und Status sowie Macht stark von sozialen Netzwerken abhingen.
Seine Aussage kann als Kritik an den Eitelkeiten und Illusionen der Aristokratie verstanden werden, die oft von ihrer eigenen Unentbehrlichkeit überzeugt war. Gleichzeitig spricht sie universelle Themen an, die über Zeit und Raum hinaus relevant sind: die Balance zwischen Individualität und Gemeinschaft, sowie die Gefahr, die eigene Bedeutung zu überschätzen.
Auch heute hat das Zitat eine starke Resonanz, da es Themen wie Narzissmus und die Abhängigkeit von sozialen Strukturen anspricht. La Rochefoucaulds Fähigkeit, komplexe Wahrheiten in prägnante Worte zu fassen, macht seine Werke zeitlos und ansprechend für Leser, die über den menschlichen Zustand nachdenken möchten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- François de La Rochefoucauld
- Tätigkeit:
- französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion