Wenn [Paul] Scarron sich in Geldnot befand, widmete er sein neuestes Werk irgendeiner hohen Persönlichkeit, wenn er bei Kasse war – dem Hündchen seiner Schwester.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbachs Zitat vermittelt auf subtile Weise eine Beobachtung über menschliche Prioritäten und die Verbindung zwischen Kunst und existenziellen Zwängen.
Es zeigt, wie äußere Umstände die Kreativität und die Entscheidungen eines Künstlers beeinflussen können. Die Widmungen, die Scarron wählt, spiegeln nicht nur seine finanzielle Situation wider, sondern auch den gesellschaftlichen Druck, Anerkennung und Unterstützung zu gewinnen.
Die Ironie in diesem Zitat verdeutlicht, wie Kunst manchmal zweckdienlich wird, wenn wirtschaftliche Notwendigkeiten Vorrang haben. In der Freiheit, einem Hündchen ein Werk zu widmen, zeigt sich die Freude am Schaffen um seiner selbst willen.
Für heutige Leser regt das Zitat zum Nachdenken über den Wert von Kunst an: Ist sie ein Mittel zur Selbstdarstellung, ein Weg zur finanziellen Sicherheit oder beides?
Es unterstreicht die Balance zwischen Authentizität und Anpassung, die jeder kreative Mensch finden muss, um seine Arbeit in einer Welt, die oft von materiellen Zwängen geprägt ist, fortzusetzen.
Zitat Kontext
Paul Scarron war ein französischer Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, bekannt für seinen Humor und seine satirischen Werke.
Dieses Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach, einer bedeutenden österreichischen Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, beleuchtet eine Anekdote, die exemplarisch für die Lage vieler Künstler ihrer Zeit steht.
Die Praxis, Werke hochrangigen Persönlichkeiten zu widmen, war im Barock weit verbreitet, um sich deren Patronage zu sichern und finanzielle Unterstützung zu erlangen.
Scarrons humorvoller Umgang mit der Thematik zeigt seine scharfe Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, soziale Dynamiken zu hinterfragen.
Ebner-Eschenbach nutzt diese Anekdote, um eine zeitlose Wahrheit zu illustrieren: Kunst ist oft ein Spiegel der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten ihrer Entstehungszeit.
Das Zitat regt dazu an, den historischen Kontext des Kunstschaffens zu bedenken und gleichzeitig die Freiheit zu schätzen, die moderne Künstler haben, sich unabhängig von solchen Zwängen auszudrücken. Es verweist auf die kreative Resilienz, die notwendig ist, um Kunst trotz widriger Umstände zu schaffen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion