Wenn man gewissen Orakelsprüchen der hinterhältigen Politik glauben darf, ist vom Standpunkt der Macht aus ein wenig Aufruhr erwünscht, denn der Aufruhr stärkt die Regierungen, die er nicht stürzt.

- Victor Hugo

Victor Hugo

Klugwort Reflexion zum Zitat

Victor Hugo bringt in diesem Zitat eine kritische Beobachtung über das Verhältnis von Macht und Aufruhr zum Ausdruck.

Seine Aussage suggeriert, dass politische Instabilität nicht zwangsläufig eine Bedrohung für eine Regierung ist, sondern unter bestimmten Umständen sogar zu ihrer Stärkung beitragen kann.

Diese Perspektive hat sich historisch immer wieder bestätigt. Autoritäre Regime nutzen Unruhen oft als Vorwand, um ihre Macht weiter auszubauen und repressivere Maßnahmen zu rechtfertigen.

Kritisch betrachtet, könnte man fragen, ob Hugo damit nicht implizit zugibt, dass Regierungen mit einem gewissen Maß an Unruhe kalkulieren, um ihre Kontrolle zu festigen.

Dieses Zitat lädt dazu ein, über politische Strategien und Machterhalt nachzudenken und die Mechanismen zu hinterfragen, die hinter scheinbarer Instabilität stehen.

Zitat Kontext

Victor Hugo (1802-1885) war nicht nur ein herausragender Schriftsteller, sondern auch ein politischer Denker.

Sein Leben war geprägt von politischen Umbrüchen in Frankreich, darunter die Julirevolution von 1830 und die Februarrevolution von 1848.

Hugo wurde später zum entschiedenen Gegner Napoleons III. und lebte viele Jahre im Exil, wo er sich kritisch mit der politischen Situation in Frankreich auseinandersetzte.

Das Zitat reflektiert seine Erfahrungen mit autoritären Herrschaftsformen und Revolutionen.

Auch heute bleibt diese Aussage relevant, da sie Mechanismen beschreibt, die sich in modernen politischen Systemen wiederholen: das Spiel zwischen Protestbewegungen und Regierungsmacht.

Daten zum Zitat

Autor:
Victor Hugo
Tätigkeit:
Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion