Wenn Lao Tse sagt: "Alle sind klar, nur ich allein bin trübe", so ist es das, was ich in meinem hohen Alter fühle. Lao Tse ist das Beispiel für einen Mann mit superiorer Einsicht, der Wert und Unwert gesehen und erfahren hat und der am Ende des Lebens in sein eigenes Sein zurückkehren möchte, in den ewigen unerkennbaren Sinn.
- Carl Gustav Jung

Klugwort Reflexion zum Zitat
Carl Gustav Jung verbindet in diesem Zitat die Weisheit des chinesischen Philosophen Lao Tse mit seiner eigenen Lebenserfahrung. Er beschreibt, wie Einsicht und Verständnis oft zu einem Gefühl der Trübung führen können, da der Mensch mit der Komplexität und den Widersprüchen der Welt konfrontiert wird. Diese Reflexion zeigt, dass wahre Weisheit nicht immer Klarheit bringt, sondern oft in der Akzeptanz des Unerkennbaren liegt.
Das Zitat lädt dazu ein, über die eigene Haltung zur Ungewissheit nachzudenken. Wie gehen wir mit der Tatsache um, dass nicht alles im Leben verstanden oder kontrolliert werden kann? Jung und Lao Tse lehren, dass innere Ruhe oft darin liegt, das Unerklärliche anzunehmen und in die Tiefe des eigenen Seins zurückzukehren. Es ist eine Einladung, die Weisheit des Lebens in seiner Komplexität zu erkennen.
Zitat Kontext
Carl Gustav Jung, ein Begründer der analytischen Psychologie, war stark von östlicher Philosophie beeinflusst. Dieses Zitat zeigt seine Bewunderung für Lao Tse und den Daoismus, der die Akzeptanz des Lebensflusses und des Unerkennbaren betont.
In einer modernen Welt, die oft von Rationalität und Kontrolle geprägt ist, bleibt Jungs Botschaft relevant. Seine Worte erinnern daran, dass Weisheit nicht in absoluter Klarheit, sondern in der Fähigkeit liegt, das Ungewisse anzunehmen und inneren Frieden zu finden. Sie sind eine Inspiration für jeden, der auf der Suche nach Sinn und Balance ist.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Carl Gustav Jung
- Tätigkeit:
- Schweizer Psychiater
- Epoche:
- Moderne
- Emotion:
- Keine Emotion