Wenn ich mir keine Ölfarbe mehr leisten kann, kaufe ich Wasserfarben. Wenn für Wasserfarben kein Geld mehr bleibt, bitte ich um Bleistifte. Wenn die Bleistifte ausgehen, man mich ins Gefängnis wirft, spuck ich mir auf den Finger, bemale die Wand.

- Pablo Picasso

Pablo Picasso

Klugwort Reflexion zum Zitat

Pablo Picasso bringt in diesem Zitat eine unerschütterliche Hingabe an seine Kunst zum Ausdruck. Es ist eine Erklärung der radikalen Notwendigkeit und Leidenschaft, die den kreativen Prozess antreibt. Picasso sieht die Kunst als etwas so Zentrales und Wichtiges, dass er keine äußeren Umstände als Hindernis akzeptieren würde. Selbst wenn ihm alle traditionellen Mittel und Materialien fehlen würden, würde er trotzdem einen Weg finden, sich auszudrücken – sei es mit Wasserfarben, Bleistiften oder sogar durch das Bemalen von Wänden. Dieser extreme Wille, sich auszudrücken, verdeutlicht die Bedeutung von Kreativität als Lebensnotwendigkeit für den Künstler. Kunst ist für Picasso mehr als nur ein Beruf oder ein Mittel zur Selbstverwirklichung, sie ist eine essentielle Lebensquelle, die nicht an finanzielle oder gesellschaftliche Beschränkungen gebunden ist. Die drastische Metapher, bei Bedarf mit dem Finger auf die Wand zu malen, zeigt die grenzenlose und oft unorthodoxe Natur von Künstlern, die ihre Kreativität selbst in den schwierigsten Umständen ausleben wollen. Es erinnert uns daran, dass wahre Kunst nicht durch Ressourcen, sondern durch den unerschütterlichen Drang zum Ausdruck begrenzt ist. Picasso fordert uns hier auf, in unserem eigenen Leben den Mut zu finden, unsere Leidenschaften mit derselben Entschlossenheit zu verfolgen, egal welche Hindernisse sich uns in den Weg stellen.

Zitat Kontext

Pablo Picasso, einer der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts, war berüchtigt für seine radikale Herangehensweise an Kunst und seine Fähigkeit, bestehende Konventionen herauszufordern. Das Zitat spiegelt die unermüdliche Einstellung wider, mit der er sich als Künstler immer wieder neu erfand. Picasso hatte ein außergewöhnliches Talent, traditionelle Kunstformen zu hinterfragen und revolutionierte mit seinen innovativen Techniken die Kunstwelt. Besonders in seiner Schaffensphase während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – von Kubismus über Surrealismus bis hin zu seiner Auseinandersetzung mit der politischen Landschaft Spaniens – zeigte Picasso eine tiefe Hingabe an die Kunst als Ausdrucksmittel. Dieses Zitat kann auch als Reaktion auf die Herausforderungen verstanden werden, die Picasso als Künstler in einer Welt voller politischer Unruhen und wirtschaftlicher Instabilität erlebte. In der Zeit, als er es äußerte, hatte der Spanische Bürgerkrieg in Europa große Spannungen verursacht, und viele Künstler, darunter Picasso, sahen ihre Arbeit als ein Werkzeug im Kampf für Frieden und Freiheit. Gleichzeitig war seine Entschlossenheit, in jeder Situation weiter zu schaffen, eine Art Widerstand gegen die gesellschaftlichen Erwartungen und die Begrenzungen des Marktes, der die Kunstproduktion oft als kommerzielle Ware behandelte. Picassos Aussage ist daher auch ein Kommentar zu seiner Fähigkeit, die Kunst nicht nur als eine Form der Unterhaltung oder des Reichtums, sondern als eine tiefere, existenzielle Notwendigkeit zu betrachten.

Daten zum Zitat

Autor:
Pablo Picasso
Tätigkeit:
Maler, Bildhauer, Grafiker und Keramiker
Epoche:
Moderne
Emotion:
Keine Emotion