Wen nahe und gewisse Gefahren nicht abschrecken, den werden die entfernten und bloß auf Glauben beruhenden schwerlich in Zaum halten.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Arthur Schopenhauers Zitat ist eine prägnante Beobachtung über die Natur der menschlichen Furcht und Motivation. Es bringt zum Ausdruck, dass konkrete, greifbare Gefahren einen stärkeren Einfluss auf unser Verhalten haben als abstrakte, hypothetische Bedrohungen, die auf Glauben oder Annahmen beruhen.

Menschen neigen dazu, unmittelbare Risiken ernster zu nehmen, weil diese sicht- und spürbar sind. Im Gegensatz dazu erscheinen entfernte Gefahren oft abstrakt und unwirklich, selbst wenn ihre potenziellen Konsequenzen weitaus schwerwiegender sein könnten. Dieses Verhalten zeigt, wie stark unser Handeln durch unsere Wahrnehmung von Nähe und Gewissheit beeinflusst wird. Schopenhauers Zitat lädt dazu ein, die Art und Weise zu hinterfragen, wie wir Gefahren priorisieren und Entscheidungen treffen.

Es wirft auch die Frage auf, wie effektiv bloße Warnungen oder Glaubensgrundlagen in der Steuerung menschlichen Verhaltens sind. Ob es um moralische Regeln, langfristige Umweltprobleme oder gesellschaftliche Risiken geht – Schopenhauer erinnert daran, dass Menschen oft erst handeln, wenn die Gefahr unbestreitbar und unmittelbar ist.

In einer Zeit, in der abstrakte Risiken wie Klimawandel oder geopolitische Spannungen allgegenwärtig sind, bleibt diese Einsicht relevant. Das Zitat fordert uns auf, unser Verhalten zu reflektieren und die Disziplin zu entwickeln, auf entfernte Gefahren ebenso ernsthaft zu reagieren wie auf unmittelbare. Es ist ein Aufruf zu einer vorausschauenden Haltung, die über den Moment hinausblickt.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer, ein einflussreicher Philosoph des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine pessimistischen und realistischen Betrachtungen der menschlichen Natur. Dieses Zitat passt zu seiner grundlegenden Philosophie, die sich stark mit der Dynamik von Motivation, Wille und Vermeidung von Leid auseinandersetzt.

Im historischen Kontext seiner Zeit, als Rationalismus und die aufkommende Wissenschaft das Denken prägten, könnte Schopenhauers Aussage als Kritik an der menschlichen Neigung interpretiert werden, kurzfristige Überzeugungen über langfristige Vorsicht zu stellen. Seine Worte mahnen zu einer realistischen Einschätzung von Risiken und zur Auseinandersetzung mit der Frage, wie der Mensch durch unmittelbare und entfernte Gefahren motiviert wird.

Auch heute bleibt Schopenhauers Botschaft aktuell, da sie dazu auffordert, nicht nur die augenblicklichen Risiken zu betrachten, sondern auch die abstrakten Gefahren ernst zu nehmen, die oft auf der Grundlage von wissenschaftlichem Konsens oder langfristigen Überlegungen basieren. Seine Einsicht ermutigt zu einem bewussteren und verantwortungsvolleren Umgang mit zukünftigen Herausforderungen.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion