Weiber gewöhnen sich Gleichgültigkeit und Unaufmerksamkeit gegen Wissenschaft und Taubheit an, weil die Männer zu oft vor ihnen von wissenschaftlichen Dingen reden, die ihnen unbekannt.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Paul beschreibt hier ein gesellschaftliches Phänomen seiner Zeit: Frauen wurden oft nicht in wissenschaftliche oder philosophische Diskussionen einbezogen, sondern nur passiv mit männlichen Monologen konfrontiert.
Dadurch entstand eine Barriere, die Frauen von der Wissenschaft entfremdete. Anstatt aktiv teilzunehmen, wurden sie durch eine einseitige, männlich dominierte Wissenskultur in die Rolle der Zuhörerinnen gedrängt – was zu Desinteresse oder Ablehnung führen konnte.
Dieses Zitat fordert uns auf, über die Rolle von Bildung und Zugang zu Wissen nachzudenken. Werden heute wirklich alle gleichermaßen ermutigt, sich mit Wissenschaft und Philosophie auseinanderzusetzen? Oder gibt es immer noch strukturelle Barrieren, die bestimmte Gruppen vom intellektuellen Diskurs ausschließen?
Jean Paul erinnert uns daran, dass echtes Wissen nicht durch Belehrung, sondern durch Austausch entsteht – und dass jeder Mensch das Recht auf intellektuelle Teilhabe hat.
Zitat Kontext
Jean Paul war ein deutscher Schriftsteller der Romantik, dessen Werke oft gesellschaftliche und pädagogische Themen behandelten.
Sein Zitat spiegelt eine Kritik an der Bildungskultur des 18. und 19. Jahrhunderts wider, in der Frauen oft von wissenschaftlichen Diskussionen ausgeschlossen waren. Dies war ein Thema, das auch von frühen Feministinnen wie Mary Wollstonecraft angesprochen wurde.
In der modernen Welt bleibt diese Problematik relevant. Obwohl Bildung theoretisch allen offensteht, gibt es weiterhin geschlechtsspezifische Unterschiede in bestimmten Bereichen der Wissenschaft und Forschung.
Jean Pauls Einsicht erinnert daran, dass Zugang zu Wissen und aktive Teilnahme essenziell sind – nicht nur für Männer, sondern für alle Menschen, unabhängig von Geschlecht oder sozialem Hintergrund.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion