Was wir brauchen, ist ein Gedankensystem - man könnte es sogar eine Religion nennen -, das die Menschen zusammenhält. Ein System, das sowohl in die Republik Tschad als auch in die Vereinigten Staaten passen würde: ein System, das unseren idealistischen jungen Menschen etwas gibt, woran sie glauben können.
- Abraham Maslow

Klugwort Reflexion zum Zitat
Abraham Maslow spricht hier über die Notwendigkeit eines übergreifenden, einheitlichen Gedankensystems, das Menschen weltweit verbinden kann. Er verweist auf die universelle Bedeutung von Glaubenssystemen oder Ideologien, die sowohl in völlig unterschiedlichen Kulturen wie im Tschad und den Vereinigten Staaten eine gemeinsame Basis schaffen könnten. Das Zitat spiegelt Maslows Überzeugung wider, dass die Menschen auf etwas Größeres angewiesen sind, das ihnen sowohl Sinn als auch Orientierung gibt, insbesondere für junge Menschen, die idealistisch und auf der Suche nach Zielen sind. Maslow geht davon aus, dass solch ein System nicht nur als religiöser Glaube, sondern auch als gesellschaftliches und philosophisches Fundament fungieren kann, das das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt. Es erinnert daran, dass Menschen in einer komplexen Welt nach Werten und Prinzipien streben, die sie in ihrer Existenz stabilisieren. Für Maslow stellt dies einen essentiellen Bestandteil des menschlichen Lebens dar, das zur Selbstverwirklichung und zum harmonischen Zusammenleben beiträgt. Die Frage, welche Ideologien oder Glaubenssysteme tatsächlich als dieses „einende System“ fungieren können, bleibt jedoch umstritten und eine der großen Herausforderungen des modernen Zeitalters. Es stellt sich auch die Frage, wie ein solches System realistisch und in einer vielfältigen und pluralistischen Welt umgesetzt werden könnte.
Zitat Kontext
Abraham Maslow, bekannt für seine Theorie der Hierarchie der Bedürfnisse, bezieht sich in diesem Zitat auf die Suche nach einem gemeinsamen, verbindenden Gedankensystem für Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und sozialen Kontexten. Maslow hat das Konzept des „Selbstverwirklichungsbedürfnisses“ eingeführt, bei dem er glaubte, dass Menschen nach einer tiefen, inneren Erfüllung und einem Gefühl der Ganzheit streben. Das Zitat reflektiert seine Ansicht, dass dieser Zustand nicht nur auf individueller Ebene erreicht werden kann, sondern auch durch kollektive Ideologien oder Religionen, die den Einzelnen in einer größeren Gemeinschaft und Gesellschaft integrieren. Es ist ein Aufruf zu einem System, das alle Menschen miteinander verbinden kann, unabhängig von geografischen oder kulturellen Unterschieden. Maslow selbst war stark vom humanistischen Psychologiemodell beeinflusst und betonte die Bedeutung von Gemeinschaft und Zugehörigkeit als grundlegende Bedürfnisse. Vor diesem Hintergrund spricht er in seinem Zitat über das Bedürfnis nach einer Art universeller Philosophie oder Religion, die jungen, idealistischen Menschen als Orientierung dient. In einer Zeit, in der der Welt globaler und diversifizierter wurde, hielt Maslow eine solche Philosophie für notwendig, um den Frieden und das Wohl der Menschheit zu sichern. Diese Idee steht jedoch in Kontrast zu den Herausforderungen der Moderne, in der sich zunehmend neue Glaubenssysteme und Identitäten herausbilden, die zu Konflikten führen können. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die Suche nach einem verbindenden, universellen System ein wichtiges Thema in den Bereichen Philosophie und Sozialwissenschaften.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Abraham Maslow
- Tätigkeit:
- US-Psychologe
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion