Was aber ist so unmenschlich, wie dass die Beredsamkeit, die von der Natur zum Heil und zur Erhaltung der Menschen gegeben wurde, sich auf den Verderb und die Vernichtung gutgesinnter Menschen verlegt?

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Cicero kritisiert in diesem Zitat den Missbrauch der Redekunst zu destruktiven Zwecken. Sprache, die ursprünglich zur Verständigung und zum Wohl der Gesellschaft gedacht war, wird hier als Waffe eingesetzt, um Unschuldige zu schaden oder zu manipulieren.

Diese Beobachtung ist zeitlos. In der Politik, in den Medien und in der öffentlichen Debatte wird Sprache oft nicht zur Klärung von Sachverhalten genutzt, sondern um Menschen zu täuschen, Feindbilder zu schaffen oder Hass zu schüren. Rhetorik kann ein Werkzeug zur Aufklärung sein – aber auch ein Mittel der Manipulation.

Das Zitat fordert uns auf, den eigenen Sprachgebrauch kritisch zu hinterfragen. Nutzen wir unsere Worte zum Aufbau oder zur Zerstörung? Lassen wir uns von wohlklingenden, aber gefährlichen Reden beeinflussen?

Letztendlich erinnert Cicero daran, dass Sprache Verantwortung bedeutet. Wer die Kunst der Beredsamkeit besitzt, hat die Pflicht, sie zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen – nicht, um Unwahrheiten zu verbreiten oder andere zu schaden.

Zitat Kontext

Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.) war einer der größten Redner und Philosophen des alten Rom. Seine Reden und Schriften hatten enormen Einfluss auf die westliche Rhetorik und politische Philosophie.

Das Zitat reflektiert seine tiefe Überzeugung, dass Sprache und Beredsamkeit in den Dienst der Wahrheit und Gerechtigkeit gestellt werden müssen. Zur Zeit Ciceros war Rom von politischen Intrigen, Machtkämpfen und rhetorischer Manipulation geprägt. Er selbst wurde Opfer einer solchen Rhetorik und starb durch politische Verfolgung.

Auch heute bleibt seine Mahnung relevant. Fake News, politische Hetze und manipulative Kommunikation sind allgegenwärtig. Ciceros Zitat fordert uns auf, Sprache als Mittel der Wahrheit und nicht der Täuschung zu nutzen – eine Botschaft, die in unserer modernen Medienwelt nicht an Bedeutung verloren hat.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion