Von jemandem, mit dem wir eng befreundet sind, in den höchsten Tönen zu sprechen, ist eine Art von Egoismus. Sowohl unsere Bescheidenheit als auch unsere Eifersucht lehren uns, in dieser Hinsicht vorsichtig zu sein.
- William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Hazlitt beleuchtet in diesem Zitat eine oft übersehene Dimension zwischenmenschlicher Beziehungen: die feinen Nuancen der Freundschaft und der Selbstdarstellung. Wenn wir einen engen Freund in höchsten Tönen loben, mag dies auf den ersten Blick großzügig erscheinen. Hazlitt sieht darin jedoch eine Form von Egoismus. Dies liegt darin begründet, dass ein solches Lob uns selbst indirekt in ein gutes Licht rückt – sei es durch unsere Verbindung zu dieser Person oder durch die moralische Überlegenheit, die wir durch das Loben zu demonstrieren scheinen.
Das Zitat regt zur Reflexion über die Beweggründe hinter unseren Worten an. Wie viel unseres Lobs ist wirklich uneigennützig? Hazlitts Hinweis auf Bescheidenheit und Eifersucht zeigt, dass auch in engen Beziehungen Vorsicht geboten ist, um nicht in unbewusste Egoismen zu verfallen. Seine Aussage stellt die Freundschaft als ein empfindliches Gefüge dar, das sowohl Ehrlichkeit als auch Achtsamkeit erfordert, um authentisch und ausgewogen zu bleiben.
Zitat Kontext
William Hazlitt, ein britischer Essayist des frühen 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine prägnanten und oft scharfsinnigen Beobachtungen menschlicher Natur. In einer Zeit, die stark von sozialen Normen und moralischen Idealen geprägt war, war Hazlitts Werk eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen. Dieses Zitat spiegelt seine Fähigkeit wider, auch subtilste Facetten menschlichen Verhaltens zu analysieren.
In einer modernen Welt, in der soziale Netzwerke und öffentliche Selbstdarstellung allgegenwärtig sind, ist Hazlitts Gedanke aktueller denn je. Das Lob für Freunde wird oft öffentlich geteilt, sei es in Form von Postings oder Erwähnungen. Doch wie oft ist dieses Lob frei von Eigennutz? Hazlitts Beobachtung erinnert uns daran, dass Freundschaft nicht nur durch Worte, sondern durch authentische und uneigennützige Taten genährt werden sollte. In diesem Kontext wird das Zitat zu einer zeitlosen Mahnung, sich der Motive hinter unserem Handeln bewusst zu werden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Hazlitt
- Tätigkeit:
- englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion