Verstehst du, mein Herr, verstehst du, was es bedeutet, wenn man absolut nichts mehr hat, wohin man sich wenden kann?“ Marmeladovs Frage kam ihm plötzlich in den Sinn, „denn jeder Mensch muss sich irgendwo hinwenden können...
- Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Klugwort Reflexion zum Zitat
Dostojewski zeigt in diesem Zitat die tiefgreifende Einsamkeit und Verzweiflung eines Menschen, der keinen Halt und keine Zuflucht mehr hat. Marmeladovs Frage drückt die universelle menschliche Notwendigkeit aus, sich in schwierigen Zeiten an jemanden oder etwas wenden zu können – sei es Familie, Freunde, Glaube oder Hoffnung. Ohne diese Möglichkeit gerät der Mensch in eine existenzielle Krise, die seine Würde und seinen Lebenswillen gefährdet.
Das Zitat regt dazu an, über die Bedeutung von Gemeinschaft, Unterstützung und Mitgefühl nachzudenken. Es zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur selbst eine Anlaufstelle zu haben, sondern auch für andere da zu sein. Es erinnert daran, dass Isolation und Hoffnungslosigkeit überwunden werden können, wenn Menschen füreinander da sind.
Für den Leser ist dies eine Einladung, die eigenen Beziehungen und Ressourcen zu reflektieren und sich der Verantwortung bewusst zu werden, anderen in ihrer Not beizustehen. Es inspiriert dazu, Empathie und Mitgefühl als fundamentale Werte zu sehen, die uns in schwierigen Zeiten Halt geben können.
Zitat Kontext
Dieses Zitat stammt aus Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“, in dem er die psychologischen und moralischen Kämpfe seiner Figuren erforscht. Marmeladovs Worte spiegeln die Verzweiflung der unteren Gesellschaftsschichten im Russland des 19. Jahrhunderts wider, die oft ohne soziale Sicherheit oder Unterstützung lebten.
Im historischen Kontext steht das Zitat für Dostojewskis kritischen Blick auf soziale Ungerechtigkeit und die Notwendigkeit, menschliche Solidarität zu stärken. Es wirft Fragen auf, wie Gesellschaften Verantwortung für ihre schwächsten Mitglieder übernehmen können.
Philosophisch kann das Zitat als Reflexion über die menschliche Bedingung und die Notwendigkeit von Hoffnung und Zugehörigkeit verstanden werden. Es zeigt, dass niemand vollständig unabhängig existieren kann und dass Gemeinschaft ein essenzieller Bestandteil des Lebens ist.
Auch heute bleibt die Botschaft zeitlos und relevant. Sie erinnert daran, wie wichtig es ist, Netzwerke der Unterstützung zu schaffen und darauf zu achten, dass niemand in völliger Isolation oder Verzweiflung zurückbleibt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
- Tätigkeit:
- russischer Schriftsteller
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion