Zu wem geht man nicht alles, wenn man nicht weiß, wohin sich wenden? Es muß doch so sein, daß jeder Mensch irgendwo hingehen kann. Denn es gibt Zeiten, da man unbedingt irgendwo hingehen muß.

- Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Klugwort Reflexion zum Zitat

Dostojewskis Worte spiegeln die tiefe existenzielle Verlorenheit wider, die viele Menschen empfinden.

Der Mensch ist ein soziales Wesen, das in Momenten der Krise nach Halt sucht. Wenn jemand nicht weiß, wohin er sich wenden soll, geht er manchmal an unerwartete Orte oder zu Menschen, die er sonst vielleicht meiden würde. Dies zeigt, wie elementar das Bedürfnis nach Verbindung und Zugehörigkeit ist.

Das Zitat drückt eine fundamentale Wahrheit aus: In bestimmten Momenten des Lebens ist es unerlässlich, Zuflucht zu finden – sei es in einer Freundschaft, in einem Glauben oder in einer Idee. Diese Notwendigkeit wird oft erst dann spürbar, wenn man mit Einsamkeit oder Verzweiflung konfrontiert ist.

In unserer modernen Gesellschaft, die oft von Individualismus geprägt ist, ist diese Aussage besonders relevant. Viele Menschen fühlen sich isoliert und wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen. Dostojewski erinnert uns daran, dass jeder Mensch irgendwohin gehen kann – und dass diese Möglichkeit essenziell für das seelische Überleben ist.

Zitat Kontext

Fjodor Dostojewski (1821–1881) war einer der größten russischen Schriftsteller und tiefenpsychologischen Denker der Literaturgeschichte.

Seine Romane sind geprägt von existenziellen Fragen, moralischen Dilemmata und der Suche nach Sinn. Das Zitat stammt aus einem Werk, in dem er die innere Zerrissenheit des Menschen beleuchtet. Oft stellt Dostojewski Figuren dar, die in gesellschaftlichen oder persönlichen Krisen nach Orientierung suchen.

Der historische Kontext des Zitats ist bedeutend. Dostojewski lebte in einer Zeit des politischen und sozialen Umbruchs in Russland. Seine Werke reflektieren das Gefühl der Entwurzelung, das viele Menschen damals – und auch heute – empfanden.

Seine Worte behalten bis heute ihre Gültigkeit. Die menschliche Sehnsucht nach einem Zufluchtsort ist zeitlos. In einer Welt, die zunehmend digitalisiert ist und in der viele Menschen unter Isolation leiden, erinnert uns Dostojewski daran, dass es immer einen Ort gibt, an den man gehen kann – und dass das Finden dieses Ortes manchmal überlebenswichtig sein kann.

Daten zum Zitat

Autor:
Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Tätigkeit:
russischer Schriftsteller
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion