Stets sorge, dass das Volk ohne Wissen und Wunsch sei. Und sorge zugleich, dass die Wissenden nicht zu handeln wagen.
- Laozi

Klugwort Reflexion zum Zitat
Laozi formuliert in diesem Zitat eine paradox erscheinende Aufforderung, die tief in der Philosophie des Daoismus verwurzelt ist. Er betont die Notwendigkeit, das Volk in einem Zustand von Einfachheit und Genügsamkeit zu halten, um Harmonie und Ordnung zu bewahren. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass diejenigen, die über Wissen verfügen, durch unüberlegtes Handeln Unruhe stiften.
Diese Reflexion regt an, über die Rolle von Wissen und Wünschen in der Gesellschaft nachzudenken. Laozi scheint davor zu warnen, dass übermäßiges Wissen und unkontrollierte Wünsche zu Gier, Konflikten und Chaos führen können. In einer daoistischen Weltanschauung wird Einfachheit als Schlüssel zu innerem Frieden und sozialer Stabilität angesehen. Dies steht im Kontrast zu modernen Werten, die Bildung und Ambitionen als universell erstrebenswert betrachten.
Das Zitat inspiriert dazu, die Balance zwischen Streben und Zufriedenheit zu suchen. Während Wissen und Handeln wertvoll sind, erinnert Laozi daran, dass sie mit Vorsicht eingesetzt werden müssen, um nicht mehr Schaden als Nutzen zu verursachen. Es ist ein Aufruf, den Wert von Bescheidenheit, Gelassenheit und dem natürlichen Fluss des Lebens zu erkennen.
Zitat Kontext
Laozi, der legendäre Begründer des Daoismus und Verfasser des *Daodejing*, lebte in einer Zeit des politischen Umbruchs im alten China. Seine Lehren konzentrierten sich auf die Harmonie zwischen Mensch und Natur und betonten, dass die Gesellschaft durch Einfachheit und Nicht-Einmischung besser funktioniert.
Im historischen Kontext war das Zitat wahrscheinlich eine Kritik an der Überregulierung und dem Machtmissbrauch durch Herrscher, die durch Kontrolle und Manipulation das Volk unterdrückten. Gleichzeitig reflektiert es die daoistische Vorstellung, dass Zwang und unüberlegtes Handeln zu Unordnung führen können. Laozi plädierte für ein natürliches Gleichgewicht, bei dem das Eingreifen auf ein Minimum reduziert wird.
Auch in der heutigen Zeit ist dieses Zitat relevant. Es erinnert daran, wie leicht Wissen und Wünsche, wenn sie nicht im Einklang mit Weisheit und Gelassenheit stehen, zur Destabilisierung führen können. Laozi lädt uns ein, die Werte von Einfachheit und Zurückhaltung zu schätzen, sowohl in persönlicher Hinsicht als auch im gesellschaftlichen Kontext.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Laozi
- Tätigkeit:
- chinesischer Philosoph
- Epoche:
- Frühe Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion