Steril ist der, dem nichts einfällt; langweilig ist, wer ein paar alte Gedanken hat, die ihm alle Tage neu einfallen.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbach bringt in diesem Zitat die feine, aber bedeutende Unterscheidung zwischen Kreativität und Einfallslosigkeit zum Ausdruck. Sie beschreibt ‚Sterilität‘ als den Zustand, in dem jemand keine neuen Ideen entwickeln kann, während ‚Langeweile‘ darin besteht, dieselben Gedanken immer wieder zu reproduzieren, ohne sie weiterzuentwickeln. Diese Beobachtung hat nicht nur einen humorvollen, sondern auch einen tiefgründigen Kern, der auf die Wichtigkeit von geistiger Innovation und Originalität hinweist.
Das Zitat regt dazu an, über die Dynamik des Denkens nachzudenken. Sterilität mag unangenehm sein, da sie völlige Ideenlosigkeit bedeutet, doch Langeweile ist nicht minder problematisch, da sie eine Form von Stagnation darstellt. Ebner-Eschenbach fordert implizit dazu auf, neue Perspektiven zu suchen und den Geist zu fordern, um geistiger Ermüdung und Monotonie entgegenzuwirken. Kreativität wird hier nicht nur als künstlerische Qualität verstanden, sondern als notwendige Lebenseinstellung, die Wachstum und Vielfalt ermöglicht.
Diese Worte ermutigen, sich von alten Denkmustern zu lösen und ständig nach neuen Ansätzen zu suchen. Sie erinnern daran, dass intellektuelle Lebendigkeit nicht nur in neuen Ideen besteht, sondern auch in der Fähigkeit, alte Gedanken zu hinterfragen und zu erneuern.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach, eine bedeutende österreichische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre präzisen und oft scharfsinnigen Beobachtungen der menschlichen Natur. Dieses Zitat spiegelt die intellektuelle Atmosphäre ihrer Zeit wider, in der Bildung und geistige Produktivität hoch geschätzt wurden. Sie setzte sich mit den Herausforderungen auseinander, die aus intellektueller Trägheit und mangelndem Innovationsgeist resultierten.
Im historischen Kontext könnte Ebner-Eschenbachs Kommentar auch als Kritik an der literarischen und philosophischen Szene ihrer Epoche verstanden werden, die oft von Wiederholungen und der Abhängigkeit von überlieferten Konzepten geprägt war. Sie fordert implizit dazu auf, mutig zu sein und neue Wege des Denkens und der Kreativität zu beschreiten.
Auch heute ist das Zitat von Bedeutung, da es die zeitlose Herausforderung anspricht, geistige Frische und Neugier zu bewahren. In einer Welt, die von Informationsflut und oft redundanten Ideen geprägt ist, erinnert Ebner-Eschenbach daran, wie wichtig es ist, geistige Sterilität und Langeweile zu überwinden, um wahrhaft innovativ und lebendig zu sein.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion