So mißtrauisch wir auch gegen die Aufrichtigkeit derer sein mögen, die mit uns sprechen, so glauben wir doch stets, daß sie gegen uns wahrer sind als gegen andere.

- François de La Rochefoucauld

François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat

François de La Rochefoucauld beleuchtet in diesem Zitat die menschliche Neigung, sich selbst für besonders wichtig zu halten. Selbst wenn wir skeptisch gegenüber der Ehrlichkeit anderer sind, glauben wir oft, dass diese uns gegenüber ehrlicher sind als gegenüber Dritten. Dies zeigt, wie stark unser Wunsch nach Anerkennung und Vertrauen in zwischenmenschlichen Beziehungen verankert ist.

Diese Reflexion fordert dazu auf, die eigene Wahrnehmung kritisch zu hinterfragen. Sie zeigt, dass unser Bedürfnis nach Bedeutung unser Urteilsvermögen trüben kann. Das Zitat verdeutlicht, dass Vertrauen nicht immer rational ist, sondern oft von persönlichen Bedürfnissen gesteuert wird.

Es inspiriert dazu, bewusster mit Vertrauen umzugehen und nicht automatisch davon auszugehen, dass wir besondere Einsichten oder Ehrlichkeit erfahren. Gleichzeitig regt es dazu an, selbst authentisch und ehrlich zu sein, um Vertrauen zu rechtfertigen.

Zitat Kontext

François de La Rochefoucauld (1613–1680) war ein französischer Schriftsteller, bekannt für seine scharfsinnigen Maximen und Reflexionen über menschliches Verhalten.

Dieses Zitat stammt aus seiner Sammlung von Lebensweisheiten und spiegelt seine kritische Sichtweise auf menschliche Eitelkeit und Selbsttäuschung wider. In einer höfischen Gesellschaft, in der Status und Einfluss von großer Bedeutung waren, erkannte Rochefoucauld die subtile Dynamik von Misstrauen und Vertrauen in sozialen Beziehungen.

Daten zum Zitat

Autor:
François de La Rochefoucauld
Tätigkeit:
französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion