Sie wollten allein dem, was sie sahen, treu sein. Sie gaben sich gewaltige Mühe, und alles, was sie so schön wie nichts sonst auf der Welt gemacht haben, haben sie nur deshalb so gemacht, weil es ihnen nicht gelang, es anders zu machen, und da wurden sie Cézanne und van Gogh.
- Pablo Picasso

Klugwort Reflexion zum Zitat
In diesem Zitat spricht Picasso über die Künstler Cézanne und van Gogh und deren Bemühungen, der Welt um sie herum treu zu bleiben, indem sie das, was sie sahen, auf ihre ganz eigene Weise darstellten. Es ist eine Anerkennung des kreativen Prozesses, bei dem die Künstler durch hartnäckige Anstrengungen und trotz anfänglicher Schwierigkeiten ihre einzigartigen Ausdrucksformen fanden.
Picasso hebt hervor, dass die Werke von Cézanne und van Gogh – obwohl sie so einzigartig und revolutionär sind – das Ergebnis des Kampfes mit der eigenen Wahrnehmung und den eigenen künstlerischen Grenzen waren. Diese Künstler wollten „treu sein“, nicht nur der Natur oder der Welt, sondern auch ihrer eigenen Interpretation dieser Welt. Sie konnten ihre Werke nicht anders machen, und gerade in diesem „Scheitern“ fanden sie ihren einzigartigen Stil.
Das Zitat regt zum Nachdenken über die Natur der Kunst an. Oft sehen wir Kunstwerke als das Endergebnis einer perfekten Vision, aber Picasso erinnert uns daran, dass wahre Kunst häufig aus dem Prozess des Versuchens und Scheiterns entsteht. Die Schwierigkeiten und Mängel, die wir in unserem kreativen Prozess erleben, sind nicht Hindernisse, sondern vielmehr der Schlüssel zur Schaffung von etwas Einzigartigem.
Zitat Kontext
Pablo Picasso, einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts, hatte eine sehr besondere Sicht auf Kunst. Er war bekannt dafür, die traditionelle Kunst zu revolutionieren und dabei neue Perspektiven und Techniken zu entwickeln. Mit seiner Mitbegründung des Kubismus und seiner Vielzahl an stilistischen Experimenten prägte er nicht nur die Malerei, sondern auch die Kunstgeschichte selbst.
Dieses Zitat ist ein Spiegel von Picassos eigener Philosophie zur Kunst. Er hatte tiefen Respekt vor anderen Künstlern wie Cézanne und van Gogh, deren Werke die Kunstwelt in vielerlei Hinsicht revolutionierten. Beide Künstler waren bekannt dafür, die konventionelle Art der Darstellung der Welt zu hinterfragen und ihre eigene, radikale Sichtweise zu entwickeln. Das Zitat zeigt, wie Picasso diese Künstler nicht nur bewunderte, sondern ihre Kämpfe und kreativen Prozesse verstand, die sie zu ihren berühmten und wegweisenden Arbeiten führten.
Picasso selbst durchlebte während seiner Karriere viele Phasen, in denen er mit unterschiedlichen Techniken und Themen experimentierte. Diese Flexibilität und die Bereitschaft, die eigenen Fehler zu akzeptieren, um zu einem einzigartigen künstlerischen Ausdruck zu gelangen, spiegeln sich auch in seiner Würdigung von Cézanne und van Gogh wider. Für Picasso war Kunst ein fortlaufender Prozess der Selbsterforschung, der oft mit der Erkenntnis kam, dass die wahre Kunst aus dem unvollkommenen Streben nach Perfektion hervorgeht.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Pablo Picasso
- Tätigkeit:
- Maler, Bildhauer, Grafiker und Keramiker
- Epoche:
- Moderne
- Emotion:
- Keine Emotion