Sich im Zorne gar nicht besänftigen zu lassen, zeugt von großer Härte, gar zu leicht wieder gut zu werden, von großer Schwäche des Gemüts; indessen wäre doch dieses, als das kleinere Übel, immer noch jenem vorzuziehen.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero zeigt in diesem Zitat die Herausforderungen im Umgang mit Zorn und Konflikten auf. Er beschreibt zwei extreme Reaktionen: die Unversöhnlichkeit, die von Härte zeugt, und die übermäßige Nachgiebigkeit, die Schwäche offenbart. Zwischen diesen Polen plädiert er für eine ausgewogene Haltung, die weder in Starrheit noch in übertriebener Nachgiebigkeit verfällt. Dabei erkennt er an, dass Schwäche weniger schädlich ist als Härte, da sie letztlich eher die Möglichkeit zur Versöhnung bietet.
Die Reflexion regt dazu an, das eigene Verhalten in Konfliktsituationen zu hinterfragen. Wie reagieren wir auf Zorn – mit Unnachgiebigkeit oder zu großer Nachsicht? Cicero erinnert daran, dass die Fähigkeit zur Besänftigung ein Zeichen von Weisheit und innerer Stärke ist. Seine Worte mahnen, weder in den Stolz noch in die Angst vor Konfrontation zu verfallen, sondern eine Haltung des Maßes und der Vernunft zu finden.
Das Zitat inspiriert dazu, Konflikte als Gelegenheiten zur persönlichen und zwischenmenschlichen Entwicklung zu betrachten. Es lädt ein, Zorn zu kontrollieren und den Dialog zu suchen, ohne die eigenen Prinzipien zu verraten. Ciceros Einsicht, dass Versöhnlichkeit trotz ihrer potenziellen Schwächen besser als Härte ist, unterstreicht die Bedeutung von Mitgefühl und Kompromissbereitschaft für ein harmonisches Zusammenleben.
Zitat Kontext
Cicero, ein römischer Politiker, Philosoph und Rhetoriker, war bekannt für seine Überlegungen zu Ethik, Tugend und menschlichem Verhalten. Dieses Zitat spiegelt seine Überzeugung wider, dass Gelassenheit und Maßhalten essenzielle Tugenden für ein harmonisches Leben und eine gerechte Gesellschaft sind.
Im historischen Kontext der römischen Republik, einer Zeit voller politischer Spannungen und persönlicher Fehden, erlebte Cicero selbst viele Konflikte. Seine Philosophie war geprägt von der Suche nach Ausgleich und Harmonie in einer oft zerstrittenen Welt. Seine Mahnung zur Kontrolle von Zorn und zur Suche nach Versöhnung steht in Einklang mit diesen Idealen.
Auch heute ist dieses Zitat relevant, da es die zeitlose Herausforderung anspricht, mit Emotionen und Konflikten umzugehen. Ciceros Worte erinnern daran, dass weder Härte noch Schwäche ideale Lösungen sind, sondern dass Weisheit in der Balance zwischen Standhaftigkeit und Nachgiebigkeit liegt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion