Selbstsüchtig: ohne Rücksicht auf die Selbstsucht anderer.
- Ambrose Gwinnett Bierce
Klugwort Reflexion zum Zitat
Ambrose Gwinnett Bierce definiert in diesem Zitat den Begriff ‚selbstsüchtig‘ mit einem Hauch von Ironie. Statt Selbstsucht als isolierte Eigenschaft zu betrachten, stellt er sie in den Kontext der allgemeinen menschlichen Neigung zur Eigeninteresse. Die Formulierung legt nahe, dass Selbstsucht allgegenwärtig ist und ein Konflikt entsteht, wenn Menschen ihre Eigeninteressen ohne Rücksicht auf die anderer durchsetzen wollen.
Dieses Zitat regt dazu an, über die Natur von Selbstsucht nachzudenken und darüber, wie sie in sozialen Interaktionen wirkt. Bierces Worte werfen die Frage auf, ob Selbstsucht unvermeidlich ist und ob Rücksichtnahme auf andere lediglich eine Strategie zur Minimierung von Konflikten ist. Es lädt dazu ein, über die Balance zwischen Eigeninteresse und Altruismus nachzudenken: Kann Selbstsucht gerechtfertigt sein, wenn sie nicht zu Lasten anderer geht, oder ist sie per Definition destruktiv?
Das Zitat inspiriert dazu, die eigene Haltung zu reflektieren und darüber nachzudenken, ob Rücksichtnahme tatsächlich ein Ausdruck von Mitgefühl ist oder nur eine taktische Reaktion, um eigene Vorteile zu wahren. Bierce bietet hier eine pointierte und provokante Perspektive, die menschliche Schwächen mit humorvollem Scharfsinn beleuchtet.
Zitat Kontext
Ambrose Gwinnett Bierce war ein US-amerikanischer Journalist, Schriftsteller und Satiriker, bekannt für seinen beißenden Humor und seinen zynischen Blick auf die menschliche Natur. Dieses Zitat stammt aus seinem berühmten Werk *The Devil's Dictionary*, in dem er Begriffe mit sarkastischen Definitionen versieht. ‚Selbstsüchtig‘ wird hier in einem ironischen Licht betrachtet, das die oft widersprüchliche Dynamik von Eigeninteresse und Rücksichtnahme aufzeigt.
Historisch betrachtet lebte Bierce in einer Zeit des wirtschaftlichen und sozialen Umbruchs im Amerika des späten 19. Jahrhunderts. Kapitalismus und Individualismus gewannen zunehmend an Einfluss, und Bierces Zitat könnte als Kritik an einer Gesellschaft verstanden werden, die von Eigeninteresse geprägt ist. Seine Definition entlarvt die universelle Natur der Selbstsucht und den scheinheiligen Versuch, sie moralisch zu rechtfertigen.
Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es die Spannungen zwischen Individualismus und Gemeinschaftssinn anspricht. Es fordert uns auf, Selbstsucht nicht nur bei anderen zu erkennen, sondern auch die eigene Neigung zur Rücksichtslosigkeit zu hinterfragen. Bierce erinnert uns daran, dass Selbstreflexion der Schlüssel zu einem ausgewogenen und respektvollen Miteinander ist.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Ambrose Gwinnett Bierce
- Tätigkeit:
- US Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion