Nur aber mit dem Erziehen säen wir auf einen reinen weichen Boden entweder Gift- oder Honigkelche; und wie die Götter zu den ersten Menschen, so steigen wir (physisch und geistig den Kindern Riesen) zu den Kleinen herab und ziehen sie groß oder – klein.

- Jean Paul

Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat

Jean Paul hebt in diesem Zitat die immense Verantwortung hervor, die mit der Erziehung von Kindern einhergeht. Die Metapher des ‚reinen weichen Bodens‘ deutet auf die Empfänglichkeit und Formbarkeit von Kindern hin, während ‚Gift- oder Honigkelche‘ die duale Möglichkeit darstellen, Gutes oder Schädliches in ihrer Entwicklung zu bewirken. Eltern und Erziehende werden in ihrer Rolle als ‚Riesen‘ beschrieben, die physisch und geistig auf die Kinder einwirken, indem sie entweder fördern oder hemmen.

Diese Reflexion regt dazu an, Erziehung als bewussten und wertschätzenden Prozess zu betrachten, bei dem jede Handlung und jedes Wort eine tiefgreifende Wirkung hat. Jean Paul erinnert uns daran, dass die kindliche Seele sowohl empfindlich als auch stark ist, abhängig davon, wie sie geformt wird. Seine Worte ermutigen, Kindern Werte, Liebe und Respekt zu vermitteln, um sie ‚groß‘ zu machen – nicht nur im physischen, sondern vor allem im geistigen und moralischen Sinne. Das Zitat ist eine Mahnung, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf zukünftige Generationen stets im Blick zu behalten.

Zitat Kontext

Jean Paul, ein Schriftsteller der Romantik, betrachtete die Kindheit als eine prägende Phase, in der das Potenzial für das gesamte Leben gelegt wird. Sein Vergleich der Erziehenden mit Göttern zeigt die Macht und Verantwortung, die sie innehaben. Dieses Zitat steht im Kontext einer Zeit, in der Erziehungsphilosophien zunehmend diskutiert und reformiert wurden. Jean Paul betonte, dass die Qualität der Erziehung nicht nur die Entwicklung des Einzelnen, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes beeinflusst.

Heute bleibt diese Botschaft von Bedeutung, da die Erziehung vor immer neuen Herausforderungen steht, wie beispielsweise dem Umgang mit Technologie, sozialen Medien oder gesellschaftlichem Druck. Jean Pauls Worte erinnern daran, dass Erziehung nicht nur aus Wissensvermittlung besteht, sondern auch aus der Pflege emotionaler und moralischer Werte. Sie fordern dazu auf, mit Achtsamkeit und Weitblick zu erziehen, um Kindern nicht nur Wissen, sondern auch Stärke und Mitgefühl mitzugeben. Sein Appell ist ein zeitloser Aufruf, die enorme Verantwortung der Erziehung anzuerkennen und sie mit Bedacht auszuüben.

Daten zum Zitat

Autor:
Jean Paul
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion