Noah der Stifter der zweiten Sündflut Der Wasserflut entging der brave Mann, Und baute drauf den Weinstock an, Und öffnete dadurch den Quell der zweiten Flut, Die mehr als jene erste tut.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenberg nutzt in diesem Gedicht eine humorvolle und satirische Perspektive, um auf die menschliche Natur und Schwächen hinzuweisen. Noah, der in der biblischen Geschichte die erste Sintflut überlebte, wird hier als ‚Stifter der zweiten Sündflut‘ dargestellt – einer Flut des Weins und der Trunkenheit. Diese neue ‚Flut‘ wird als kraftvoller beschrieben, da sie die menschliche Vernunft beeinflusst und Schwächen wie Maßlosigkeit und Kontrollverlust symbolisiert.
Die Reflexion über diesen Text regt dazu an, die doppelte Natur menschlicher Errungenschaften zu hinterfragen. Während der Weinstock ein Symbol für Kultur und Zivilisation ist, deutet Lichtenberg auf die Gefahr hin, die im Missbrauch solcher Errungenschaften liegt. Dieses Gedicht ist eine subtile Kritik an der menschlichen Neigung, neue Möglichkeiten und Gaben nicht immer verantwortungsvoll zu nutzen.
Das Zitat inspiriert dazu, über die Balance zwischen Genuss und Maß nachzudenken. Lichtenbergs humorvolle Darstellung lädt ein, menschliche Schwächen mit einem Augenzwinkern zu betrachten, gleichzeitig aber auch ihre Konsequenzen nicht aus den Augen zu verlieren. Seine Worte erinnern daran, dass die größten Herausforderungen oft nicht von äußeren Katastrophen, sondern von unseren eigenen Handlungen und Entscheidungen ausgehen.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg, ein deutscher Gelehrter und Satiriker des 18. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnige und oft humorvolle Art, die menschliche Natur und gesellschaftliche Themen zu analysieren. Dieses Gedicht reflektiert seine Fähigkeit, komplexe Themen durch Ironie und Kreativität zugänglich zu machen.
Im historischen Kontext war der Wein in der europäischen Kultur ein Symbol für Genuss, Gemeinschaft und manchmal auch Exzess. Lichtenberg greift diese Symbolik auf und verknüpft sie mit der biblischen Figur Noah, der in der Genesis-Geschichte nach der Flut tatsächlich einen Weinstock pflanzt und sich berauscht. Dies wird zur Grundlage seiner satirischen Kritik an menschlicher Maßlosigkeit und der oft unterschätzten Macht von Kultur und Genussmitteln.
Auch heute bleibt das Gedicht relevant, da es zeitlose Themen wie Verantwortung, Genuss und die menschliche Neigung zu Exzessen anspricht. Lichtenbergs Worte laden dazu ein, nicht nur humorvoll, sondern auch kritisch über die Auswirkungen unserer Handlungen auf uns selbst und die Gesellschaft nachzudenken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion