Nichts ist bei der häufigen Lektüre schädlicher, als daß uns die Lehren der Weisheit – ohne daß eine gegenwärtige Erfahrung sie auf uns bezöge – so wiederholet werden, daß wir sie nie auf uns anwenden.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Pauls Zitat beschreibt ein häufiges Phänomen beim Lesen von Weisheitsliteratur: die Gefahr, dass die Lehren zu bloßen Worten verkommen, wenn sie nicht mit persönlicher Erfahrung verknüpft werden. Es regt dazu an, über den eigenen Umgang mit Wissen nachzudenken – wie oft nehmen wir kluge Gedanken auf, ohne sie wirklich in unser Leben zu integrieren? Das Zitat mahnt, dass wahre Weisheit nicht nur im Verstehen, sondern im Anwenden liegt. Es fordert dazu auf, die Inhalte der Lektüre aktiv auf das eigene Leben zu beziehen und sich durch Reflexion weiterzuentwickeln. Nur so können die Lehren der Weisheit wirklich wirksam werden und über das bloße Wiederholen hinausgehen.
Zitat Kontext
Jean Paul, ein deutscher Schriftsteller und Denker der Romantik, war bekannt für seine tiefgründigen Reflexionen über Bildung, Weisheit und das menschliche Lernen. Dieses Zitat entstand in einer Zeit, in der die Lektüre von klassischen und philosophischen Texten als zentrale Quelle von Bildung galt. Jean Paul kritisierte jedoch die Tendenz, Wissen passiv aufzunehmen, ohne es auf die eigene Lebensrealität zu beziehen. Seine Worte spiegeln die Überzeugung wider, dass Weisheit nicht durch bloße Wiederholung, sondern durch die Verbindung von Theorie und Praxis entsteht. Das Zitat ist auch heute von Bedeutung, da es daran erinnert, dass die bloße Aufnahme von Informationen – sei es durch Bücher, Medien oder moderne Technologien – nicht ausreicht. Jean Paul fordert eine aktive, reflektierte Auseinandersetzung, die Wissen in gelebte Erfahrung verwandelt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion