Nichts gibt mehr Ausdruck und Leben, als die Bewegung der Hände; im Affekte besonders ist das sprechendste Gesicht ohne sie unbedeutend.

- Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessing

Klugwort Reflexion zum Zitat

Gotthold Ephraim Lessing hebt in diesem Zitat die Bedeutung der Körpersprache, insbesondere der Handbewegungen, hervor.

Seine Aussage unterstreicht, wie nonverbale Kommunikation unsere Gefühle und Gedanken intensivieren und vermitteln kann. Während das Gesicht oft als Hauptträger von Emotionen angesehen wird, erinnert Lessing daran, dass die Hände eine ebenso wichtige Rolle spielen, um unseren Ausdruck vollständig zu machen.

Im Affekt, wenn Emotionen intensiv sind, fungieren die Hände als natürliche Verlängerung unseres inneren Zustands. Sie betonen nicht nur das Gesagte, sondern verleihen ihm Tiefe und Authentizität. Ein Gesicht ohne die Unterstützung der Hände wirkt flach und weniger überzeugend, selbst wenn es ausdrucksstark ist.

Dieses Zitat lädt dazu ein, die Kraft der Körpersprache zu reflektieren. Es erinnert uns daran, wie vielschichtig menschliche Kommunikation ist und dass Worte oft nicht ausreichen, um unsere komplexen inneren Zustände zu vermitteln.

In einer Zeit, in der digitale Kommunikation dominiert, regt Lessings Beobachtung dazu an, die Bedeutung physischer Präsenz und Gestik wiederzuentdecken. Er fordert uns indirekt auf, bewusster mit unserem Körper umzugehen, um unsere Gefühle und Gedanken besser und authentischer auszudrücken.

Zitat Kontext

Gotthold Ephraim Lessing war ein einflussreicher Dramatiker, Dichter und Philosoph der deutschen Aufklärung. Sein Werk zeichnet sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur und den Mitteln des künstlerischen Ausdrucks aus. Dieses Zitat spiegelt seine tiefen Überlegungen zur Mimik und Gestik wider, die in der Kunst und im Leben gleichermaßen eine Rolle spielen.

Lessing setzte sich insbesondere in seinem Werk "Laokoon" mit den Grenzen und Möglichkeiten verschiedener Ausdrucksformen auseinander. Dort untersucht er, wie Malerei, Skulptur und Dichtung Emotionen und Bewegungen darstellen können. Das Zitat könnte in diesem Kontext als Ergänzung zu seinen Überlegungen gesehen werden, dass Bewegung und Dynamik, wie sie in der Gestik zum Ausdruck kommen, eine unverzichtbare Ergänzung zu statischen Elementen sind.

Historisch betrachtet, entstand dieses Denken in einer Zeit, in der die Bühne und das Theater wichtige kulturelle Räume waren. Die Schauspielkunst, insbesondere die Gestik, war ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation mit dem Publikum.

Heute hat das Zitat weiterhin Relevanz, da es auf die Bedeutung von Körpersprache und nonverbaler Kommunikation hinweist, die in persönlichen und professionellen Kontexten essenziell bleibt. Es erinnert uns daran, dass der Ausdruck durch Gestik universell verständlich ist und oft mehr vermittelt, als Worte es könnten.

Daten zum Zitat

Autor:
Gotthold Ephraim Lessing
Tätigkeit:
deutscher Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Dramatiker
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion