Neueste Behauptung Völlig charakterlos ist die Poesie der Modernen, Denn sie verstehen bloß, charakteristisch zu sein.
- Friedrich Schiller

Klugwort Reflexion zum Zitat
Friedrich Schillers Zitat kritisiert die moderne Poesie seiner Zeit und offenbart dabei eine tiefergehende Reflexion über die Natur von Kunst und Ausdruck. Mit der Aussage, dass die Poesie der Modernen „völlig charakterlos“ sei, stellt er infrage, ob das Streben nach spezifischen, charakteristischen Details in der modernen Dichtung nicht die universellen und zeitlosen Qualitäten opfert, die er als essenziell für wahre Kunst ansieht. Für Schiller scheint die Poesie, die sich auf das Charakteristische konzentriert, das Allgemeingültige und das Prinzipielle zu vernachlässigen.
Das Zitat regt dazu an, über die Balance zwischen Individualität und Allgemeingültigkeit in der Kunst nachzudenken. Es hinterfragt, ob die Betonung des Besonderen und Auffälligen eine tiefere Verbindung zur menschlichen Seele und zur universellen Wahrheit behindert. Diese Reflexion bleibt auch heute relevant, da moderne Kunst und Literatur oft auf spektakuläre, ungewöhnliche Merkmale setzen, um Aufmerksamkeit zu erregen, während sie manchmal Gefahr laufen, an Tiefe und Essenz zu verlieren.
Schillers Kritik ist zugleich eine Einladung, Kunst als eine Brücke zwischen dem Individuellen und dem Universellen zu sehen. Seine Worte fordern dazu auf, über den wahren Zweck von Kunst nachzudenken: Ist es die Darstellung des Auffälligen oder die Suche nach dem Zeitlosen und Wesentlichen? Das Zitat inspiriert dazu, über die Werte und Prinzipien nachzudenken, die die Grundlage für bedeutungsvolle und beständige Kunst bilden.
Zitat Kontext
Friedrich Schiller, einer der führenden Köpfe der Weimarer Klassik, lebte und arbeitete in einer Zeit, in der die Kunst und Literatur einem Übergang unterworfen waren. Während die Aufklärung nach universellen Prinzipien strebte, brachten die Romantik und die aufkommende Moderne eine stärkere Betonung individueller Perspektiven und einzigartiger Charakteristika mit sich. Dieses Zitat spiegelt Schillers Besorgnis wider, dass diese Entwicklung den Fokus von der universellen Wahrheit auf oberflächliche Besonderheiten verschieben könnte.
Im historischen Kontext des ausgehenden 18. Jahrhunderts kann Schillers Aussage als Kritik an den Strömungen seiner Zeit verstanden werden, die zunehmend das Charakteristische und Einzigartige in den Vordergrund stellten. Er betonte die Notwendigkeit, dass Kunst allgemeingültige Werte und Ideale widerspiegeln sollte, anstatt sich in individuellen Details zu verlieren.
Auch in der heutigen Kunst- und Literaturlandschaft ist das Zitat von Relevanz, da es die Spannungen zwischen individuellen Ausdrucksformen und universellen Themen anspricht. Schillers Worte laden dazu ein, die Bedeutung von Balance in der Kunst zu überdenken und sich darauf zu besinnen, wie sowohl das Charakteristische als auch das Zeitlose in Harmonie gebracht werden können. Es ist eine Mahnung, die Essenz der Kunst nicht in Oberflächlichkeiten zu suchen, sondern in ihrer Fähigkeit, das Menschliche und das Ewige zu berühren.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Friedrich Schiller
- Epoche:
- Klassik
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- Emotion:
- Keine Emotion