Mit Dornen ist zum Quell der Gnadengaben Der dunkle Weg bestreut, Gerungen mußt du, mußt gelitten haben, Gesündigt und bereut.

- Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat

Marie von Ebner-Eschenbachs poetische Worte sprechen von der Schwierigkeit und Tiefe des menschlichen Lebenswegs.

Der dunkle, mit Dornen bestreute Weg symbolisiert die Herausforderungen, die wir auf dem Weg zur Reife und spirituellen Erfüllung erleben. Es ist eine Metapher für die Notwendigkeit, durch Schmerz, Konflikte und Fehler zu gehen, um inneren Frieden oder Erlösung zu finden.

Die Aussage betont, dass Wachstum und Einsicht oft aus den schwierigsten Momenten hervorgehen. Leiden, Schuld und Reue sind dabei nicht das Ende, sondern Schritte auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis und einer Verbindung mit höheren Werten oder einer höheren Macht.

Dieses Zitat erinnert uns daran, dass Fehler und Leiden zum menschlichen Leben gehören. Sie sind keine Niederlagen, sondern Gelegenheiten, zu lernen und sich zu entwickeln.

Ebner-Eschenbach zeigt mit ihren Versen eine philosophische und spirituelle Perspektive: Wahre Erfüllung und Gnade erfordern nicht nur den Willen, zu kämpfen, sondern auch die Demut, die eigenen Schwächen zu akzeptieren und daraus zu wachsen.

Zitat Kontext

Marie von Ebner-Eschenbach, eine Meisterin der psychologischen Erzählkunst, verbindet in diesem Zitat poetische Sprache mit tiefgründigen Reflexionen über das Leben und die menschliche Natur.

Das Motiv des beschwerlichen Weges, der zu einem Quell der Gnadengaben führt, verweist auf religiöse und philosophische Vorstellungen von Erlösung durch Leiden. Im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts, in dem Fragen nach Moral, Schuld und Sühne in Literatur und Philosophie eine zentrale Rolle spielten, fügt sich diese Aussage in die spirituelle Auseinandersetzung ihrer Zeit ein.

Die Dornen und der dunkle Weg spiegeln die existenzielle Realität vieler Menschen wider, die in einer von sozialen und persönlichen Kämpfen geprägten Welt lebten. Ebner-Eschenbachs Worte rufen zur Reflexion über die eigene Lebensreise auf und ermutigen, den Herausforderungen mit Mut und Reue zu begegnen.

Auch heute bleibt diese Botschaft relevant, da sie den universellen Charakter von Leiden und Erlösung hervorhebt. Sie zeigt, dass Schmerz und Fehler nicht als Hindernisse, sondern als Chancen für persönliches Wachstum und spirituelle Erfüllung gesehen werden können.

Daten zum Zitat

Autor:
Marie von Ebner-Eschenbach
Tätigkeit:
Österreichische Schriftstellerin
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion