Mein Freund! Die Menschen so zu lieben, wie sie sind, ist unmöglich. Doch es muß sein. Deswegen sei gut zu ihnen. Bezwinge deinen Zorn, halte dir die Nase zu und schließe deine Augen.

- Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Klugwort Reflexion zum Zitat

Dostojewski beschreibt hier eine der größten Herausforderungen des menschlichen Zusammenlebens: die Akzeptanz der anderen mit all ihren Fehlern.

Er erkennt an, dass es schwer ist, Menschen in ihrer Gesamtheit zu lieben – mit ihren Schwächen, Unzulänglichkeiten und manchmal auch ihrer Grausamkeit. Doch er betont, dass es trotzdem notwendig ist.

Diese Aussage berührt ein zentrales ethisches Dilemma: Wie können wir Menschen lieben und ihnen Gutes tun, auch wenn sie uns enttäuschen oder verletzen? Dostojewski plädiert nicht für naive Liebe, sondern für eine bewusste Entscheidung zur Güte – selbst wenn es Überwindung kostet.

Das Zitat fordert dazu auf, Geduld und Mitgefühl zu üben, auch wenn es schwerfällt. Gerade in der heutigen Zeit, in der Konflikte oft schnell eskalieren, erinnert es uns daran, dass wahre Menschlichkeit darin liegt, über den eigenen Ärger hinauszugehen und Verständnis zu zeigen.

Zitat Kontext

Fjodor Dostojewski war einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Seine Werke, darunter 'Schuld und Sühne' und 'Die Brüder Karamasow', setzen sich intensiv mit Moral, menschlicher Natur und den Abgründen der Seele auseinander.

Das Zitat spiegelt genau diese Auseinandersetzung wider: Dostojewski erkannte, dass Menschen oft fehlerhaft, egoistisch oder sogar grausam handeln – und doch bleibt es eine moralische Pflicht, sie mit Mitgefühl zu behandeln.

Seine christlich geprägte Philosophie plädiert für eine Liebe, die nicht auf Sympathie, sondern auf einer bewussten ethischen Entscheidung beruht.

Auch heute bleibt dieses Zitat von Bedeutung. In einer Welt, die oft von Spaltung und Aggression geprägt ist, erinnert es uns daran, dass Mitmenschlichkeit nicht von den Fehlern anderer abhängen sollte, sondern von unserer eigenen Haltung.

Daten zum Zitat

Autor:
Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Tätigkeit:
russischer Schriftsteller
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion