Man sollte eigentlich nur das ein Buch nennen, was etwas Neues enthält, die andern sind nur Mittel bald zu erfahren, was die Menschen schon in einer gewissen Sache getan haben.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenbergs Zitat wirft eine provokative Frage zur Natur und zum Wert von Büchern auf. Er unterscheidet zwischen Büchern, die originelle Gedanken oder Erkenntnisse enthalten, und solchen, die lediglich bestehendes Wissen zusammenfassen. Dies ist nicht nur eine Reflexion über die Literatur, sondern auch eine Aufforderung, den Wert von Originalität und Kreativität in der intellektuellen Arbeit zu erkennen.
Lichtenberg regt an, kritisch zu hinterfragen, welche Bücher tatsächlich als bedeutend angesehen werden sollten. Viele Werke sind wertvolle Kompendien oder Nachschlagewerke, aber sie schaffen keine neuen Horizonte. Solche Bücher erfüllen eher eine unterstützende Funktion, indem sie vorhandenes Wissen für den Leser zugänglich machen. Dies stellt jedoch eine grundlegende Abgrenzung dar: Sollten wir uns auf wirklich bahnbrechende Ideen konzentrieren, die das Potenzial haben, unser Denken zu verändern, oder brauchen wir auch die Dokumentation des Bestehenden, um das Fundament für neues Wissen zu legen?
Diese Reflexion führt uns zu einem grundlegenden Gedanken: Wie definieren wir Fortschritt im Wissen? Lichtenberg deutet an, dass der wahre Fortschritt durch Innovation und die Erschaffung neuer Perspektiven geschieht. Das Zitat fordert Leser und Autoren gleichermaßen auf, sich auf die Suche nach neuen Ideen zu begeben, anstatt sich ausschließlich auf das Bestehende zu stützen. In einer Zeit, in der Informationen leichter verfügbar sind als je zuvor, bleibt Lichtenbergs Gedanke aktuell und relevant: Innovation sollte der Kern jeglichen Schaffens sein.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg war ein deutscher Physiker, Mathematiker und Schriftsteller des 18. Jahrhunderts, bekannt für seine scharfsinnigen Aphorismen und seine kritischen Beobachtungen. Dieses Zitat stammt aus seiner intensiven Auseinandersetzung mit Wissenschaft, Literatur und der Natur menschlichen Wissens. In einer Epoche, die von der Aufklärung geprägt war, hinterfragte er die Rolle von Büchern als Wissensspeicher und betonte die Notwendigkeit, durch originelle Ideen echte Fortschritte zu erzielen.
Die Aufklärung legte großen Wert auf die Verbreitung von Wissen, und viele Werke jener Zeit waren darauf ausgelegt, bestehende Erkenntnisse zu sammeln und zu systematisieren. Lichtenberg, selbst ein Innovator in Wissenschaft und Denken, kritisierte jedoch den Mangel an Originalität in vielen dieser Schriften. Seine Forderung nach Neuem war ein Plädoyer für kreatives Denken, das sich nicht in der Wiederholung des Alten erschöpft.
Seine Worte sind auch heute bedeutsam, da sie eine wichtige Diskussion über die Qualität und Quantität von Publikationen anstoßen. In einer Zeit, in der jährlich unzählige Bücher veröffentlicht werden, bleibt die Frage, wie viele davon wirklich neue Gedanken oder Perspektiven bieten, hochaktuell. Lichtenbergs Appell zur Originalität erinnert uns daran, den Wert intellektueller Arbeit nicht nur in der Menge, sondern vor allem in ihrer Tiefe und ihrem Innovationspotenzial zu messen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion