Kein Autor sollte sich über etwas zu schreiben hinsetzen, dem es nicht unbeschreiblich ärgert, daß er keinen Folioband darüber schreiben kann. Wehe ihm, wenn er einen Gedanken sucht und nicht jede Minute 10 abweiset.

- Jean Paul

Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat

Jean Paul bringt in diesem Zitat die Leidenschaft und die Fülle an Gedanken zum Ausdruck, die ein Autor für sein Thema empfinden sollte. Die Vorstellung, dass es den Autor ärgert, seine Ideen nicht in einem umfassenden Werk festhalten zu können, zeigt, wie wichtig es ist, von seinem Thema begeistert zu sein. Nur wer von Überzeugung und Inspiration getrieben ist, kann wirklich lebendige und bedeutungsvolle Texte schaffen.

Das Zitat regt dazu an, über den kreativen Prozess des Schreibens nachzudenken. Es erinnert uns daran, dass die besten Werke aus einem Überfluss an Gedanken entstehen – aus einer inneren Dringlichkeit, sich auszudrücken. Gleichzeitig mahnt Jean Paul, dass selektives Denken entscheidend ist. Nicht jeder Gedanke sollte in den Text einfließen; die Kunst liegt darin, die besten auszuwählen und die anderen beiseitezulegen.

Diese Worte sind ein Aufruf an alle, die schreiben, ihre Themen mit Hingabe zu wählen und sich von Inspiration leiten zu lassen. Sie betonen, dass Schreiben nicht nur ein intellektueller, sondern auch ein emotionaler und selektiver Akt ist, bei dem Leidenschaft und Disziplin Hand in Hand gehen.

Zitat Kontext

Jean Paul, ein deutscher Schriftsteller der Spätaufklärung und Romantik (1763–1825), war bekannt für seinen reichen Stil und seine Fähigkeit, komplexe Gedanken mit Humor und Tiefe zu verbinden. Dieses Zitat stammt aus seinen Überlegungen zur Kunst des Schreibens und zeigt seine hohe Wertschätzung für Authentizität und kreative Fülle.

In einer Zeit, in der das Schreiben oft als disziplinierter und methodischer Prozess angesehen wurde, setzte Jean Paul auf die Kraft der Inspiration und des Gefühls. Seine Aufforderung, sich nur mit Themen zu beschäftigen, die eine innere Leidenschaft entfachen, spiegelt seinen eigenen Ansatz wider. Er sah die schriftstellerische Arbeit als eine Form der Selbstentfaltung, die von Überzeugung und kreativer Überfülle getragen werden sollte.

Seine Worte richten sich nicht nur an Autoren seiner Zeit, sondern bleiben auch heute relevant. Sie erinnern daran, dass gute Literatur aus einem tiefen inneren Bedürfnis entsteht, Ideen zu teilen und zu ordnen. Jean Pauls Zitat ist eine zeitlose Ermahnung, das Schreiben mit Hingabe, Auswahl und Integrität zu betreiben.

Daten zum Zitat

Autor:
Jean Paul
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion