Jenes aber ist widerwärtig, dass in diese Erhebung und Größe der Seele sehr leicht Starrsinn und ein übermäßiges Streben nach der Führungsposition eingeboren ist.

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Cicero beleuchtet in diesem Zitat die Ambivalenz von Größe und Ehrgeiz. Während die Erhebung der Seele ein bewundernswertes Ziel ist, warnt er davor, dass sie leicht mit Starrsinn und einem übermäßigen Streben nach Macht einhergehen kann.

Er legt dar, dass die Tugenden, die Menschen zu Großem befähigen, oft auch zu ihrer Schwäche werden können, wenn sie nicht von Bescheidenheit und Selbstreflexion begleitet werden. Der Wunsch nach Führung und Anerkennung kann in Arroganz und Machtmissbrauch umschlagen, wenn er ungezügelten Ausdruck findet.

Das Zitat fordert den Leser auf, über die Balance zwischen persönlichem Ehrgeiz und moralischer Integrität nachzudenken. Es erinnert daran, dass wahre Größe nicht nur in der Erreichung von Macht, sondern auch in der Fähigkeit zur Bescheidenheit und zum Respekt gegenüber anderen liegt.

Für den Leser ist dies ein Appell, die eigene Motivation zu hinterfragen und zu prüfen, ob das Streben nach Erfolg von Werten und Verantwortungsbewusstsein begleitet wird.

Zitat Kontext

Marcus Tullius Cicero, ein Staatsmann und Philosoph der späten Römischen Republik, reflektierte in seinen Schriften häufig über die Tugenden und Gefahren von Macht und Ehrgeiz.

Im historischen Kontext erlebte Cicero politische Intrigen und den Aufstieg ambitionierter Führer, die oft zwischen Großmut und Selbstsucht schwankten. Dieses Zitat spiegelt seine Sorge wider, dass selbst die edelsten Ziele von den Schattenseiten menschlicher Natur überschattet werden können.

Philosophisch lässt sich das Zitat in die stoische Tradition einordnen, die Tugenden wie Bescheidenheit und Weisheit über unreflektierten Ehrgeiz stellt.

Auch heute bleibt Ciceros Botschaft relevant, da sie universelle Fragen über die Ethik von Führung und den Umgang mit Macht anspricht. Sie fordert dazu auf, Größe nicht nur in äußeren Errungenschaften, sondern auch in der inneren Haltung und im Umgang mit anderen zu suchen.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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