Eine Erhebung der Seele aber, die sich in Gefahren und Mühen zeigt, zählt zu den Lastern, wenn sie frei von Gerechtigkeit ist und nicht für das allgemeine Wohl, sondern nur für das eigene kämpft.

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Cicero betont in diesem Zitat die zentrale Rolle der Gerechtigkeit für wahre Tugend. Mut, Entschlossenheit und die Bereitschaft, Gefahren und Mühen zu trotzen, werden nur dann zur Tugend, wenn sie im Dienst des Gemeinwohls stehen. Ohne diese Ausrichtung werden sie zu Lastern, da sie egoistische Motive fördern und die Gemeinschaft schädigen können.

Das Zitat regt dazu an, über die ethische Grundlage des eigenen Handelns nachzudenken. Es zeigt, dass persönliche Stärke und Ehrgeiz nicht automatisch Tugenden sind, sondern von der Absicht und dem Ziel abhängen, dem sie dienen. Es fordert dazu auf, das eigene Handeln stets im Kontext von Gerechtigkeit und Gemeinwohl zu bewerten.

Für den Leser ist dies eine Einladung, die Motivation hinter den eigenen Bemühungen zu hinterfragen. Es inspiriert dazu, Mut und Tatkraft für größere, gemeinschaftliche Ziele einzusetzen, anstatt ausschließlich persönliche Vorteile zu verfolgen. Cicero erinnert daran, dass wahre Größe und Tugend nur in Verbindung mit Gerechtigkeit und dem Wohl anderer bestehen können.

Zitat Kontext

Marcus Tullius Cicero, ein bedeutender römischer Staatsmann, Philosoph und Redner, setzte sich intensiv mit Fragen von Tugend, Gerechtigkeit und dem Gemeinwohl auseinander. Dieses Zitat spiegelt seine Überzeugung wider, dass persönliche Stärke und Mut nur dann moralischen Wert besitzen, wenn sie mit einer gerechten Absicht verbunden sind.

Im historischen Kontext der Römischen Republik, die von politischen Intrigen und Machtkämpfen geprägt war, plädierte Cicero für eine Philosophie des Gemeinwohls, die individuelle Interessen zugunsten der Gemeinschaft unterordnet.

Auch heute bleibt diese Botschaft zeitlos. Sie fordert dazu auf, persönliches Streben mit moralischer Integrität und Verantwortungsbewusstsein zu verbinden. Es ist ein Appell, Mut und Stärke nicht für egoistische Zwecke zu nutzen, sondern für die Förderung von Gerechtigkeit und das Wohl der Gemeinschaft.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
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