Jede Stufe der Bildung fängt mit Kindheit an. Daher ist der am meisten gebildete, irdische Mensch dem Kinde so ähnlich.
- Novalis

Klugwort Reflexion zum Zitat
Novalis bringt in diesem Zitat die Idee zum Ausdruck, dass Bildung ein zyklischer Prozess ist, der immer wieder die Unschuld und Offenheit der Kindheit aufgreift. Die Fähigkeit, wie ein Kind zu staunen, Fragen zu stellen und unvoreingenommen zu lernen, wird hier als essenziell für den Fortschritt auf jeder Bildungsstufe beschrieben. Der am meisten gebildete Mensch hat in gewisser Weise die kindliche Neugier und Flexibilität bewahrt, die den Beginn des Lernens charakterisiert.
Diese Reflexion zeigt, dass Bildung nicht nur Wissen und Fähigkeiten umfasst, sondern auch eine Haltung des offenen Geistes. Es ist ein Plädoyer dafür, dass wahre Bildung nicht darin besteht, möglichst viel Wissen anzuhäufen, sondern die Fähigkeit zu entwickeln, die Welt mit kindlicher Frische und Begeisterung zu betrachten. Gleichzeitig erinnert Novalis daran, dass die Fähigkeit zur Entwicklung und Selbstreflexion zentral bleibt, unabhängig davon, wie gebildet man ist.
In unserer heutigen, oft stark rationalisierten Bildungslandschaft ist dieses Zitat eine Einladung, die Bedeutung von Kreativität, Empathie und Offenheit für neue Perspektiven anzuerkennen. Es fordert uns auf, die kindliche Fähigkeit zum Staunen als Teil unseres Bildungsweges zu bewahren und die Balance zwischen Wissen und Offenheit zu suchen.
Zitat Kontext
Novalis, ein deutscher Dichter und Philosoph der Romantik, war bekannt für seine tiefgründigen Reflexionen über Bildung, Menschlichkeit und die Verbindung von Wissen und Gefühl. Dieses Zitat spiegelt die romantische Vorstellung wider, dass Bildung mehr ist als das Streben nach intellektueller Vollkommenheit – sie ist auch eine Rückkehr zu den Ursprüngen menschlicher Erfahrung.
Im historischen Kontext ist dieses Zitat Teil einer breiteren Diskussion über die Bedeutung der Romantik, die oft die Kindheit und die Natur als Quellen der Weisheit und Inspiration idealisierte. Novalis stellt die Bildung in den Kontext eines zyklischen Prozesses, bei dem der Mensch durch den Kontakt mit seiner inneren kindlichen Natur immer wieder neue Erkenntnisse gewinnen kann.
Heute bleibt diese Einsicht relevant, insbesondere in einer Welt, die oft von Effizienz und Zielorientierung geprägt ist. Novalis’ Worte erinnern uns daran, dass wahre Bildung nicht nur darin besteht, Wissen zu erlangen, sondern auch darin, die Fähigkeit zu bewahren, die Welt mit kindlicher Neugier zu betrachten und sich selbst immer wieder neu zu erfinden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Novalis
- Tätigkeit:
- deutscher Dichter und Denker
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion