Ja, vergiß nur, daß es Menschen gibt, darbendes, angefochtenes, tausendfach geärgertes Herz! und kehre wieder dahin, wo du ausgingst, in die Arme der Natur, der wandellosen, stillen und schönen.

- Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

Klugwort Reflexion zum Zitat

Hölderlin beschreibt hier die Sehnsucht nach der Natur als einem Ort der Zuflucht und Erneuerung.

Er spricht das 'geärgerte Herz' direkt an und fordert es auf, sich von den Sorgen, Konflikten und Enttäuschungen der menschlichen Welt abzuwenden. Stattdessen soll man sich wieder der Natur zuwenden – einem Raum, der unveränderlich, ruhig und schön bleibt, im Gegensatz zur oft chaotischen und schmerzhaften Welt der Menschen.

Dieses Zitat reflektiert eine tiefe romantische Idee: Die Natur ist nicht nur eine physische Umgebung, sondern auch eine seelische Heimat. In ihr können wir Trost finden, uns selbst wiederentdecken und den Lärm der Gesellschaft hinter uns lassen.

Gerade in der modernen Welt, in der Stress und Reizüberflutung allgegenwärtig sind, bleibt seine Botschaft relevant. Hölderlin erinnert uns daran, dass es manchmal notwendig ist, sich aus der Hektik zurückzuziehen und in der Stille der Natur neue Kraft zu finden.

Zitat Kontext

Friedrich Hölderlin (1770–1843) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter der Romantik und der Weimarer Klassik.

Dieses Zitat steht im Kontext seiner tiefen Naturverbundenheit, die sich durch viele seiner Werke zieht. Für ihn war die Natur nicht nur eine Kulisse, sondern eine spirituelle Heimat, ein Zufluchtsort für die gequälte Seele.

Der historische Kontext zeigt, dass Hölderlin in einer Zeit lebte, in der die Industrialisierung begann, die Natur zu verändern. Viele Romantiker sahen in ihr ein Gegenbild zur Entfremdung des modernen Menschen.

Auch heute bleibt seine Botschaft bedeutend. In einer Gesellschaft, die oft von Hektik und Technologie geprägt ist, erinnert uns sein Zitat daran, dass die Natur ein Ort der Heilung und Besinnung sein kann. Wer sich überfordert fühlt, sollte den Rückzug in die Stille wagen – denn manchmal ist es genau das, was wir brauchen, um zu uns selbst zurückzufinden.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Hölderlin
Tätigkeit:
deutscher Dichter
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion