In Zeiten des langjährigen Friedens, in denen die Tradition von Generationen die Illusion tiefster menschlicher Sicherheit geschaffen hat, stören sich die Menschen nicht sonderlich an grotesken und absurden politischen Formen. Das alles gehört zum Humor und zur guten Laune des Lebens. Wenn man glaubt, dass alle Tiger im Dschungel tot sind, ist es recht amüsant, im Morgenmantel und mit einem Fächer statt einem Gewehr über die Dschungelpfade zu laufen.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
Herbert George Wells beleuchtet in diesem Zitat die trügerische Sicherheit, die in Zeiten des Friedens entsteht. Er zeigt, dass Menschen, wenn sie sich sicher fühlen, dazu neigen, politische Missstände oder absurde Strukturen zu ignorieren, da diese als harmlos erscheinen. Der Vergleich mit dem sorglosen Spaziergang im Morgenmantel durch einen vermeintlich ungefährlichen Dschungel verdeutlicht, wie Selbstzufriedenheit und Illusionen die Wachsamkeit und das Verantwortungsbewusstsein verringern können.
Das Zitat regt dazu an, über die Gefahr von Selbstgefälligkeit und Nachlässigkeit nachzudenken, die aus einer falschen Sicherheit resultieren. Es erinnert daran, dass Frieden und Stabilität kein Selbstläufer sind und dass die Ignoranz gegenüber politischen und gesellschaftlichen Problemen langfristige Risiken birgt.
Für den Leser ist dies ein Aufruf, sich nicht von trügerischer Sicherheit täuschen zu lassen, sondern kritisch und wachsam zu bleiben. Es inspiriert dazu, selbst in Zeiten des Friedens Verantwortung zu übernehmen und Missstände nicht zu unterschätzen. Wells ermahnt, dass scheinbare Harmlosigkeit oft nur eine Illusion ist, die plötzlich ins Gegenteil umschlagen kann.
Zitat Kontext
Herbert George Wells, ein visionärer Schriftsteller und Gesellschaftskritiker, war bekannt für seine Reflexionen über die menschliche Natur und die politischen Strukturen seiner Zeit. Dieses Zitat entstand in einer Ära relativen Friedens, in der jedoch die Schatten des Ersten Weltkriegs noch nachwirkten und die Unruhen des 20. Jahrhunderts bevorstanden.
Im historischen Kontext weist Wells auf die Neigung der Gesellschaft hin, sich in stabilen Zeiten von den grundlegenden Herausforderungen abzuwenden. Er mahnt, dass diese Trägheit gefährlich werden kann, wenn sie unvorhergesehene Gefahren übersieht.
Auch heute ist diese Botschaft aktuell. Sie fordert dazu auf, Frieden und Stabilität nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern als Zustände, die durch Wachsamkeit und Engagement erhalten werden müssen. Es ist ein Appell, sich aktiv mit politischen und gesellschaftlichen Strukturen auseinanderzusetzen, auch wenn sie nicht unmittelbar bedrohlich erscheinen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion