Im gewöhnlichen Leben nennt man Gerechtigkeit die Tugend, die jedem gibt, was sein ist; in der Schrift ist der Glaube an Jesus Christus die Gerechtigkeit.
- Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat
Martin Luther unterscheidet in diesem Zitat zwischen der weltlichen und der göttlichen Gerechtigkeit. Während Gerechtigkeit im alltäglichen Leben bedeutet, jedem das Seine zu geben, versteht Luther in biblischem Kontext den Glauben an Jesus Christus als höchste Form der Gerechtigkeit.
Diese Reflexion fordert dazu auf, das Konzept der Gerechtigkeit differenziert zu betrachten. Luther betont, dass aus christlicher Sicht Gerechtigkeit nicht allein durch menschliches Handeln erreicht werden kann, sondern durch den Glauben und die Gnade Gottes.
Diese Sichtweise verändert den Fokus von äußerer Rechtschaffenheit hin zur inneren Haltung. Für Luther war der Glaube an Jesus Christus der Schlüssel zur Erlösung, was eine radikale Abkehr von den damaligen kirchlichen Lehren war, die gute Werke in den Mittelpunkt stellten.
In einer Zeit, in der Gerechtigkeit oft mit Gesetzestreue gleichgesetzt wird, lädt Luthers Verständnis dazu ein, über die spirituellen Dimensionen von Gerechtigkeit nachzudenken. Es geht nicht nur um äußere Normen, sondern auch um innere Überzeugungen.
Zitat Kontext
Martin Luther (1483–1546) war der Initiator der Reformation, die die christliche Welt nachhaltig veränderte. Mit seiner Lehre von der Rechtfertigung allein durch den Glauben stellte er sich gegen die damals vorherrschende kirchliche Praxis, die gute Werke und Ablasshandel betonte.
Luthers Verständnis von Gerechtigkeit basierte auf der Bibel, insbesondere auf den Paulusbriefen, in denen die Rechtfertigung des Menschen durch den Glauben betont wird. Dieses Konzept stellte die kirchliche Lehre seiner Zeit infrage und legte den Grundstein für den Protestantismus.
Seine Botschaft bleibt relevant für die heutige Theologie und ethische Diskussionen, da sie die Frage nach der Balance zwischen Glauben, Handeln und Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Martin Luther
- Tätigkeit:
- deutscher Theologe, Mönch und Reformator
- Epoche:
- Spätrenaissance / Manierismus
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- Emotion:
- Keine Emotion