Ich weiß mir kein schöneres Gebet, als das, womit alt-indische Schauspiele schließen: "Mögen alle lebenden Wesen von Schmerzen frei bleiben".

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Arthur Schopenhauers Zitat "Ich weiß mir kein schöneres Gebet, als das, womit alt-indische Schauspiele schließen: 'Mögen alle lebenden Wesen von Schmerzen frei bleiben'" bringt seine Bewunderung für die universelle Mitgefühlsethik zum Ausdruck, die in den alten indischen Traditionen wurzelt.

Das Zitat betont die Bedeutung des Mitgefühls als zentralen Wert, der über Kulturen und Religionen hinweg universell ist. Schopenhauer, stark beeinflusst von indischen Philosophien wie dem Hinduismus und Buddhismus, erkennt in diesem Gebet eine Haltung, die nicht nur auf Menschen, sondern auf alle Lebewesen ausgerichtet ist. Diese universelle Perspektive erweitert die westliche Ethik, die oft anthropozentrisch geprägt ist, und stellt das Leiden aller Lebewesen in den Mittelpunkt.

Diese Reflexion lädt dazu ein, die ethische Verantwortung gegenüber anderen Wesen zu überdenken. Sie fordert uns auf, Mitgefühl nicht nur als moralische Pflicht, sondern als essenziellen Bestandteil des Lebens zu betrachten. Kritisch könnte man anmerken, dass ein Gebet allein keine konkreten Veränderungen bewirkt, doch Schopenhauers Worte inspirieren dazu, diesen Wunsch in Taten umzusetzen. Sein Zitat mahnt uns, Leiden zu minimieren und eine Welt zu schaffen, in der Respekt und Fürsorge über Egoismus und Gleichgültigkeit triumphieren.

Seine Worte sind ein Aufruf, die Ethik des Mitgefühls in das eigene Leben zu integrieren und die Grenzen zwischen Mensch und Natur zu überwinden. Sie erinnern daran, dass wahre Weisheit darin liegt, das Wohl aller Lebewesen zu fördern und Harmonie in die Welt zu bringen.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine pessimistische Weltanschauung und seine tiefgründige Beschäftigung mit asiatischer Philosophie. Dieses Zitat zeigt seine Wertschätzung für die Mitgefühls-Ethik, die er in den indischen Traditionen fand und die er in sein eigenes philosophisches Denken integrierte.

Schopenhauer lebte in einer Zeit, in der europäische Denker verstärkt mit östlicher Philosophie in Kontakt kamen. Seine Philosophie, insbesondere in Werken wie "Die Welt als Wille und Vorstellung", betont das Leid als zentrales Element des Lebens. Dieses Zitat spiegelt seinen Wunsch wider, eine Ethik zu fördern, die Mitgefühl als Schlüssel zur Linderung dieses Leidens sieht.

In der modernen Welt, die oft durch Umweltzerstörung und Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer geprägt ist, bleibt Schopenhauers Botschaft relevant. Sein Zitat fordert uns auf, eine Haltung der Empathie und Verantwortung zu entwickeln, die sich nicht auf Menschen beschränkt, sondern alle Lebewesen einschließt. Es ist ein zeitloser Appell für eine Ethik, die auf Mitgefühl, Respekt und universaler Fürsorge basiert.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion