Ich stehl kein Geld, denn ich bin ein ehrlicher Mann; doch das wär geringste; aber ich fürchtet mich schon vorm Erwischtwerden so stark, das ist mir die Hauptsach'.
- Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat
Johann Nepomuk Nestroy beschreibt in diesem Zitat mit scharfsinnigem Humor eine menschliche Schwäche: das Handeln, das weniger von moralischen Überzeugungen als von der Angst vor Konsequenzen motiviert ist. Die Aussage wirft die Frage auf, ob Ehrlichkeit und Moral wirklich aus innerer Überzeugung kommen oder ob sie oft eher durch äußere Faktoren wie Angst vor Strafe bestimmt werden. Diese Selbstentlarvung des Sprechers macht das Zitat besonders eindringlich und universell nachvollziehbar.
Das Zitat regt dazu an, über die wahren Motive des eigenen Handelns nachzudenken. Es fordert uns auf, uns zu fragen, ob wir uns an moralische Prinzipien halten, weil wir sie wirklich als richtig empfinden, oder ob wir uns hauptsächlich von der Angst vor negativen Konsequenzen leiten lassen. Nestroy verdeutlicht damit, dass ethisches Verhalten nicht immer eindeutig ist und oft von äußeren Zwängen beeinflusst wird.
Diese Reflexion lädt dazu ein, Ehrlichkeit und Moral als bewusste Entscheidungen zu betrachten, die aus innerer Überzeugung entstehen sollten, anstatt nur auf Furcht vor Entdeckung oder Strafe zu beruhen. Nestroys Worte inspirieren dazu, über die Rolle von Integrität im eigenen Leben nachzudenken und sie als Wert zu kultivieren, der unabhängig von äußeren Konsequenzen besteht.
Zitat Kontext
Johann Nepomuk Nestroy, bekannt für seine satirischen und tiefgründigen Einsichten in die menschliche Natur, setzt sich in diesem Zitat auf ironische Weise mit der Diskrepanz zwischen moralischen Ansprüchen und tatsächlichen Motiven auseinander. Seine Werke entstanden in einer Zeit, in der gesellschaftliche Moralvorstellungen und individuelle Schwächen oft im Konflikt standen.
Im historischen Kontext spiegelt das Zitat die aufkommende Auseinandersetzung mit der Frage wider, wie viel von menschlichem Verhalten durch soziale Normen und wie viel durch individuelle Überzeugungen geprägt ist. Die humorvolle Selbsterkenntnis des Sprechers illustriert, dass Moral nicht immer absolut ist, sondern oft von Pragmatismus oder Angst beeinflusst wird.
Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es die zeitlose Frage nach den wahren Beweggründen für ethisches Verhalten aufgreift. In einer Welt, die oft zwischen äußerer Konformität und innerer Überzeugung schwankt, erinnert Nestroy daran, wie wichtig es ist, die eigenen Motive kritisch zu hinterfragen und authentische Werte zu entwickeln.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Johann Nepomuk Nestroy
- Tätigkeit:
- österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
- Epoche:
- Biedermeier
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- Emotion:
- Keine Emotion