Ich schreibe nur jede dritte Nacht. Ich habe keinen Plan. Mein Kopf ist leer. Ich setze mich hin. Die Schreibmaschine gibt mir Dinge, von denen ich nicht einmal weiß, dass ich an ihnen arbeite. Es ist ein kostenloses Mittagessen. Ein kostenloses Abendessen. Ich weiß nicht, wie lange das so weitergehen wird, aber bis jetzt gibt es nichts Leichteres als das Schreiben.

- Charles Bukowski

Charles Bukowski

Klugwort Reflexion zum Zitat

In diesem Zitat zeigt Charles Bukowski eine sehr spontane und fast intuitive Herangehensweise an das Schreiben. Der Akt des Schreibens erscheint ihm als ein Fluss von Ideen, der ihn überkommt, ohne dass er wirklich darüber nachdenkt oder einen festen Plan hat. Die Schreibmaschine wird für Bukowski zu einem Medium, das ihm Dinge 'gibt', von denen er nicht einmal wusste, dass er sie in sich trägt. Dies reflektiert das kreative Schreiben als einen nahezu mystischen Prozess, bei dem der Autor nicht unbedingt bewusst in den kreativen Akt eingreift, sondern vielmehr als ein Kanal für die Ideen fungiert. Bukowski spricht hier auch von der Leichtigkeit, mit der das Schreiben für ihn zu kommen scheint – es ist ein 'freies Mittagessen' oder 'Abendessen', das ihm auf unaufdringliche Weise angeboten wird. Gleichzeitig gibt es eine gewisse Unsicherheit, wie lange dieser kreative Zustand anhält. Das Zitat fordert uns dazu auf, den kreativen Prozess als etwas Fließendes und Ungezwungenes zu sehen, das sich nicht immer nach einem festgelegten Plan oder Ziel richten muss. Es erinnert uns daran, dass wahre Kreativität oft aus der Unvorhersehbarkeit und dem Vertrauen auf das eigene Unterbewusstsein entsteht. Bukowski lässt uns darüber nachdenken, wie wir selbst zu unserer Kreativität stehen und welche Hürden wir möglicherweise in unserem eigenen kreativen Prozess aufgebaut haben.

Daten zum Zitat

Autor:
Charles Bukowski
Tätigkeit:
US Schriftsteller und Dichter
Epoche:
Nachkriegszeit
Emotion:
Keine Emotion