Ich habe noch keinen gesehen, der so große Furcht wie der Gottesleugner von den zwei Dingen hätte, vor denen man doch, wie er sagt, sich nicht fürchten soll: vor dem Tod und vor den Göttern.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero hinterfragt in diesem Zitat die Konsistenz des Denkens von Gottesleugnern. Er beobachtet, dass diejenigen, die die Existenz der Götter leugnen und behaupten, keine Furcht vor Tod oder höheren Mächten zu haben, oft genau vor diesen Dingen die größte Angst zeigen. Diese Aussage regt dazu an, über den Zusammenhang zwischen Glauben, Existenzängsten und menschlichem Verhalten nachzudenken.
Die Reflexion über dieses Zitat zeigt, dass Cicero nicht nur die philosophischen Aussagen, sondern auch die praktischen Haltungen seiner Zeitgenossen kritisch beleuchtet. Er weist darauf hin, dass es leichter gesagt als getan ist, keine Furcht vor dem Tod oder übernatürlichen Mächten zu empfinden, und dass das menschliche Unterbewusstsein oft stärker ist als rational formulierte Überzeugungen. Seine Worte regen an, die eigenen Ängste und Überzeugungen zu hinterfragen und eine authentische Haltung zu entwickeln.
In einer modernen Welt, in der religiöse und säkulare Perspektiven oft miteinander konkurrieren, bleibt Ciceros Gedanke relevant. Er fordert dazu auf, die Diskrepanz zwischen Worten und Taten zu reflektieren und eine ehrliche Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen zu führen. Seine Worte inspirieren dazu, die eigene Furcht und Unsicherheit nicht zu verdrängen, sondern sie bewusst zu erkennen und zu adressieren.
Zitat Kontext
Cicero, ein römischer Staatsmann und Philosoph des 1. Jahrhunderts v. Chr., schrieb dieses Zitat in einer Zeit intensiver philosophischer Debatten über Religion, Ethik und die menschliche Natur. Seine Schriften reflektieren die Spannungen zwischen den religiösen Traditionen Roms und den rationalistischen Ansätzen der griechischen Philosophie, die er bewunderte.
Dieses Zitat zeigt Ciceros Fähigkeit, philosophische und praktische Widersprüche zu analysieren. Es spiegelt seine Überzeugung wider, dass Glauben und Verhalten untrennbar miteinander verbunden sind und dass ein Mangel an Konsistenz zwischen beiden zu inneren Konflikten führt.
Heute lädt dieses Zitat dazu ein, die Beziehung zwischen Glaubensüberzeugungen und existenziellen Ängsten zu erkunden. Es erinnert uns daran, dass wahre Überzeugung nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine emotionale und praktische Komponente hat. Ciceros Worte fordern uns auf, uns ehrlich mit unseren Ängsten und Überzeugungen auseinanderzusetzen, um eine authentische und kohärente Lebenshaltung zu entwickeln.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion