Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, Woran der Höllengeist den Menschen faßt.

- Friedrich Schiller

Friedrich Schiller

Klugwort Reflexion zum Zitat

Friedrich Schillers Aussage „Hochmut ists, wodurch die Engel fielen, Woran der Höllengeist den Menschen faßt“ thematisiert die zerstörerische Kraft des Hochmuts, der sowohl auf mythologischer als auch menschlicher Ebene als Sünde und Schwäche dargestellt wird. Hochmut, verstanden als übersteigerter Stolz oder Selbstüberschätzung, wird hier als die Ursache für den Fall sowohl himmlischer Wesen als auch menschlicher Charaktere beschrieben.

Das Zitat regt dazu an, über die Natur des Hochmuts und seine Auswirkungen nachzudenken. In Schillers Darstellung führt Hochmut zur Entfernung vom Göttlichen und zur Zerstörung der Harmonie. Für den Menschen ist Hochmut ein Mittel, durch das er von negativen Kräften – metaphorisch als ‚Höllengeist‘ – beeinflusst wird. Schiller erinnert daran, dass Selbstüberschätzung oft in Isolation, Konflikt und moralischem Versagen endet.

Kritisch könnte man hinterfragen, ob alle Formen des Stolzes oder der Selbstbehauptung negativ sind. Stolz kann auch motivieren und zum Schutz der eigenen Würde beitragen. Doch Schillers Zitat warnt vor der Hybris – einer übermäßigen Form des Stolzes, die den Menschen von Demut und Gemeinschaft entfremdet. Es mahnt, das Gleichgewicht zwischen Selbstachtung und Bescheidenheit zu wahren, um nicht den Kontakt zu den eigenen moralischen Grundlagen zu verlieren.

Zitat Kontext

Friedrich Schiller (1759–1805), einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Dramatiker, setzte sich in seinen Werken intensiv mit moralischen und philosophischen Fragen auseinander. Dieses Zitat spiegelt die Ideen der Aufklärung wider, die die menschliche Natur und ihre Schwächen analysieren und die moralische Verantwortung des Einzelnen betonen.

Das Bild des ‚Falls der Engel‘ entstammt der christlichen Mythologie und wird hier auf die menschliche Erfahrung übertragen. In Schillers Zeit war die Diskussion über Tugenden und Laster ein zentraler Bestandteil literarischer und philosophischer Werke.

Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es universelle menschliche Schwächen anspricht. Es erinnert daran, dass Überheblichkeit und Selbstüberschätzung nicht nur den Einzelnen, sondern auch Gemeinschaften und Beziehungen schädigen können. Schillers Worte sind ein Aufruf zur Reflexion über die eigenen Grenzen und die Bedeutung von Bescheidenheit und Selbstkritik.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Schiller
Epoche:
Klassik
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Emotion:
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