Hitler wird aus dem ihn noch umgebenden Hass hervorgehen, als eine der bedeutendsten Erscheinungen, die jemals gelebt hat…, es lag eine Aura über ihm in der Art wie er lebte und starb, die wachsen und fortleben wird. Er hatte das gewisse Etwas, woraus Legenden geschaffen werden… (Tagebucheintrag; 1945)
- John F. Kennedy

Klugwort Reflexion zum Zitat
John F. Kennedy beschreibt in diesem Tagebucheintrag eine paradoxe Betrachtung von Adolf Hitler: einerseits als eine Gestalt, die von Hass umgeben war, andererseits als jemand, der aufgrund seiner schillernden Persönlichkeit und seines dramatischen Schicksals in die Geschichte einging. Kennedy erkennt die bizarre Wirkung an, die Hitler auf die Welt hatte, und spricht von der 'Aura', die ihn umgab, eine Aura, die ihn zu einer der legendärsten, wenn auch abscheulichsten Figuren der Geschichte machte. /n/n Dieser Kommentar zeigt Kennedys Fähigkeit, die Komplexität und die widersprüchlichen Aspekte historischer Figuren zu erfassen. Auf der einen Seite wird Hitler als das Inbegriff des Hasses und der Zerstörung beschrieben, auf der anderen Seite jedoch als eine Person, die, ungeachtet ihrer Vergehen, in der öffentlichen Wahrnehmung eine besondere Bedeutung erlangte. Die Reflexion über Hitlers 'Legendenstatus' thematisiert, wie extremere Persönlichkeiten der Geschichte, durch ihre Handlungen und Schicksale, eine bleibende Wirkung hinterlassen, die selbst über ihre negativen Taten hinausgeht. Es wird ein interessantes Spannungsfeld zwischen der moralischen Verurteilung und der historischen Unvermeidlichkeit seiner Präsenz aufgezeigt.
Zitat Kontext
Dieser Tagebucheintrag von John F. Kennedy aus dem Jahr 1945 stammt aus einer Zeit, in der der Zweite Weltkrieg gerade zu Ende ging und die Welt sich mit den Folgen von Hitlers Regime auseinandersetzte. Kennedy, der zu dieser Zeit als Politiker noch relativ unbekannt war, schreibt über den historischen und psychologischen Einfluss von Hitler. Der Eintrag offenbart, wie tief die Wirkung Hitlers nicht nur auf seine unmittelbare Zeitgenossen, sondern auch auf kommende Generationen eindrang. /n/n Kennedy war, wie viele andere auch, Zeuge der Entfaltung und des dramatischen Endes von Hitlers Diktatur und der Zerstörung des Nazi-Regimes. In seinem Tagebucheintrag zeigt er, wie die Faszination für Hitlers Persönlichkeit und die Dramatik seiner Geschichte ihn zu einer 'Legende' machen konnten – ein Begriff, der in diesem Fall ein zynisches und ironisches Licht auf die Art und Weise wirft, wie gewisse historische Figuren trotz ihrer Verbrechen unweigerlich in den kollektiven Gedächtnissen weiterleben. Die Bemerkung zeigt, wie schwer es ist, die Komplexität von historischen Persönlichkeiten zu fassen, besonders wenn ihre Geschichte von so vielen tragischen und finsteren Elementen geprägt ist.
Daten zum Zitat
- Autor:
- John F. Kennedy
- Tätigkeit:
- 35. Präsident der USA
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion