Hilflos klagt auf der Gasse die hungernde Stimme des Elends; Mitglied des Bettelvereins mästet sich grinsend der Protz.

- Peter Sirius

Klugwort Reflexion zum Zitat

Peter Sirius beschreibt in diesem Zitat die scharfe Kluft zwischen Armut und Reichtum.

Die hilflose Klage des Elends auf der Straße steht im Kontrast zum zynischen Verhalten des 'Protzes', der sich grinsend mästet, während er vielleicht vorgibt, Teil einer Organisation zu sein, die angeblich helfen sollte. Das Zitat bringt auf eindringliche Weise soziale Ungleichheit und Heuchelei zum Ausdruck. Es stellt eine bittere Kritik an gesellschaftlichen Strukturen dar, in denen Wohlstand oft auf Kosten der Schwächsten genossen wird.

Sirius verleiht der Reflexion über menschliche Empathie und soziale Verantwortung eine besondere Dringlichkeit. Das Bild der 'hungernden Stimme' veranschaulicht nicht nur das Leiden der Armen, sondern auch die Stille der Mächtigen, die wegsehen oder aktiv von der Ungleichheit profitieren.

Diese Reflexion fordert den Leser auf, die eigene Haltung gegenüber sozialer Ungerechtigkeit zu hinterfragen. Es regt dazu an, über Solidarität und die Notwendigkeit echter Hilfe nachzudenken. Zugleich mahnt das Zitat zur Vorsicht vor falscher Wohltätigkeit, die sich selbst dient, statt wirklich zu helfen.

Zitat Kontext

Peter Sirius, ein deutscher Dichter und Satiriker des 19. Jahrhunderts, ist bekannt für seine kritischen und oft zynischen Betrachtungen gesellschaftlicher Missstände. Dieses Zitat ist ein scharfes Porträt seiner Zeit, die durch Industrialisierung und wachsende soziale Ungleichheit geprägt war.

Der 'Protz' steht für die wohlhabenden und mächtigen Eliten, die oft nur symbolische Hilfe leisten, um ihr Ansehen zu wahren, während die hungernde Masse auf der Straße ihrem Schicksal überlassen bleibt. Der Begriff 'Bettelverein' könnte auf Organisationen oder Institutionen anspielen, die vorgeben, die Not der Armen zu lindern, aber letztlich mehr ihrem eigenen Prestige als der tatsächlichen Hilfe dienen.

Historisch gesehen reflektiert das Zitat die sozialen Spannungen des 19. Jahrhunderts, die in vielen europäischen Ländern zu politischen und gesellschaftlichen Umwälzungen führten. Die Industrialisierung verschärfte die Ungleichheit, da die Kluft zwischen Arbeitern und wohlhabenden Bürgern größer wurde. Sirius’ Kritik bleibt jedoch zeitlos, da soziale Ungerechtigkeit und Heuchelei auch in modernen Gesellschaften bestehen. Sein Werk fordert dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und echte Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu suchen, statt nur den Anschein von Hilfe zu wahren.

Daten zum Zitat

Autor:
Peter Sirius
Tätigkeit:
deutscher Dichter und Aphoristiker
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion