»Habe sieben Töchter. Schlechte Ware; man muß, will man sie los sein, was zugeben. Ich wollt', ich hätt' lauter Hittchenfelle dafür!« sagte Moder Meier.
- Wilhelm Busch

Klugwort Reflexion zum Zitat
Wilhelm Buschs Worte sind geprägt von Ironie und einer beißenden Gesellschaftskritik. Die Äußerung von Moder Meier, seine Töchter als 'schlechte Ware' zu bezeichnen, mag zunächst absurd oder gar humorvoll wirken, doch sie offenbart eine tiefere Kritik an den patriarchalen Strukturen und dem Wert, der Frauen in einer solchen Gesellschaft beigemessen wurde.
Dieses Zitat regt dazu an, über die historische und kulturelle Bedeutung von Geschlechterrollen nachzudenken. Es erinnert uns daran, wie Frauen oft auf ihren gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Nutzen reduziert wurden, während ihr intrinsischer Wert als Mensch ignoriert wurde. Die Bemerkung über die 'Hittchenfelle' zeigt auf absurde Weise, wie materielle Güter in solchen Kontexten höher geschätzt wurden als menschliche Beziehungen.
Busch nutzt hier die Satire, um den Leser zum Nachdenken zu bringen: Wie weit sind wir heute in der Gleichstellung gekommen, und welche Überreste solcher Denkweisen existieren noch? Seine Worte sind eine Einladung, über Wert und Würde nachzudenken – sowohl damals als auch heute – und sich kritisch mit den Mechanismen auseinanderzusetzen, die Menschen auf rein funktionale Aspekte reduzieren.
Zitat Kontext
Wilhelm Busch, einer der bekanntesten deutschen Humoristen und Satiriker, lebte von 1832 bis 1908. Seine Werke, die oft in Versen und mit humorvollen Illustrationen verfasst sind, sind für ihre scharfsinnige Kritik an gesellschaftlichen Normen und menschlichen Schwächen bekannt. Dieses Zitat stammt aus einer seiner satirischen Geschichten, in denen er die kleinbürgerliche Gesellschaft seiner Zeit aufs Korn nimmt.
Busch schrieb in einer Epoche, die von starren Geschlechterrollen und patriarchalen Strukturen geprägt war. Frauen wurden oft auf ihre Rolle als Ehefrauen und Mütter reduziert, und ihre gesellschaftliche Stellung hing stark von ihrer Heirat ab. Die Bemerkung von Moder Meier über seine Töchter spiegelt diese Sichtweise wider und übertreibt sie ins Absurde, um die Lächerlichkeit und Ungerechtigkeit solcher Denkmuster aufzuzeigen.
Durch seinen scharfen Witz und seine Beobachtungsgabe erreichte Wilhelm Busch eine breite Leserschaft und wurde zu einem Vorreiter der modernen Satire. Dieses Zitat zeigt nicht nur seinen humorvollen Stil, sondern auch seine Fähigkeit, gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen und zum Nachdenken anzuregen – eine Qualität, die seine Werke bis heute relevant macht.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Wilhelm Busch
- Tätigkeit:
- Dichter, Zeichner, Karikaturist
- Epoche:
- Realismus
- Mehr?
- Alle Wilhelm Busch Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion