Großer Kummer oder große Freude sollten mit großem Hunger einhergehen - nicht mit Nahrungsabstinenz, wie unsere Romanciers es gerne hätten.

- Arthur Conan Doyle

Arthur Conan Doyle

Klugwort Reflexion zum Zitat

Arthur Conan Doyles Zitat bringt eine ungewöhnliche, aber einprägsame Beobachtung über die menschliche Natur zum Ausdruck. Er stellt die oft romantisierte Darstellung von großen Emotionen in der Literatur infrage, bei der Protagonisten aus Trauer oder Freude häufig auf Nahrung verzichten. Stattdessen argumentiert er humorvoll, dass extreme Emotionen ebenso gut mit einem gesteigerten Appetit einhergehen könnten.

Dieses Zitat regt dazu an, über die Art und Weise nachzudenken, wie wir Emotionen erleben und ausdrücken. Es erinnert uns daran, dass Gefühle wie Trauer und Freude nicht nur geistige, sondern auch körperliche Auswirkungen haben können. Der Bezug zum Hunger könnte auch als Metapher verstanden werden: Große Emotionen, ob positiv oder negativ, können uns mit einem intensiven Lebenshunger erfüllen, einem Wunsch nach Verbindung, Trost oder Genuss.

In einer Welt, die oft klare Regeln für das "richtige" Verhalten in emotionalen Situationen vorgibt, fordert uns Doyles Aussage auf, diese Konventionen zu hinterfragen. Sie erinnert uns daran, dass Emotionen individuell erlebt werden und nicht immer den idealisierten Vorstellungen der Literatur oder Gesellschaft entsprechen müssen. Doyles Worte laden zu einer befreienden Perspektive ein: Gefühle dürfen gelebt werden, auch in ihren widersprüchlichsten und körperlichsten Formen.

Zitat Kontext

Arthur Conan Doyle, berühmt für seine Schöpfung des rationalen Detektivs Sherlock Holmes, war nicht nur ein Meister des Kriminalromans, sondern auch ein feinsinniger Beobachter der menschlichen Natur. Dieses Zitat spiegelt seine Fähigkeit wider, alltägliche Erfahrungen und literarische Konventionen mit einem Hauch von Humor und Skepsis zu hinterfragen.

Das Zitat könnte als Kommentar zur viktorianischen Literatur seiner Zeit verstanden werden, in der extreme Emotionen oft idealisiert und mit dramatischer Selbstaufgabe dargestellt wurden. Romanciers neigten dazu, Kummer oder Freude durch asketisches Verhalten wie Nahrungsverzicht zu betonen, um die Reinheit oder Intensität der Gefühle hervorzuheben. Doyle scheint diesen literarischen Topos mit pragmatischem Humor zu relativieren.

Seine Worte erinnern uns daran, dass große Emotionen nicht nur auf spiritueller oder intellektueller Ebene erlebt werden, sondern auch körperlich. In einer Zeit, in der die Literatur oft dazu neigte, die körperlichen Aspekte des Lebens zu idealisieren oder zu ignorieren, liefert Doyle eine realistischere und erfrischend bodenständige Sichtweise.

Dieses Zitat bleibt auch heute relevant, da es uns ermutigt, emotionale Erfahrungen in all ihren Facetten zu akzeptieren – ohne uns von idealisierten Darstellungen oder gesellschaftlichen Normen einengen zu lassen. Doyles Worte feiern die Authentizität des menschlichen Erlebens, sei es in Freude oder in Kummer.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Conan Doyle
Tätigkeit:
brit. Schriftsteller
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion