Gott will nicht, daß man nicht Geld und Gut haben und nehmen solle, oder, wenn man's hat, wegwerfen solle, wie etliche unter den Philosophen und tolle Heilige unter den Christen gelehrt und getan haben.
- Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat
Martin Luther stellt hier eine pragmatische Sicht auf Besitz und Reichtum dar. Er argumentiert, dass Geld und materielle Güter nicht grundsätzlich schlecht sind – es sei nicht notwendig, sie zu verachten oder abzulehnen, um ein gottgefälliges Leben zu führen.
Diese Ansicht steht im Gegensatz zu asketischen Strömungen innerhalb des Christentums, die Besitz als hinderlich für ein tugendhaftes Leben betrachteten. Luther plädiert jedoch für einen gemäßigten Umgang mit Reichtum: Geld soll weder verteufelt noch übermäßig verehrt werden, sondern als Teil des Lebens betrachtet werden.
Das Zitat fordert uns auf, über unser eigenes Verhältnis zu materiellem Besitz nachzudenken. Ist Reichtum per se schlecht, oder kommt es darauf an, wie wir damit umgehen? Können wir ethisch und moralisch handeln, während wir wirtschaftlichen Erfolg anstreben?
Letztendlich erinnert Luther daran, dass Geld an sich weder gut noch schlecht ist – entscheidend ist, was wir damit tun. Ein gesundes Gleichgewicht zwischen materiellen Bedürfnissen und ethischen Werten ist der Schlüssel zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Besitz.
Zitat Kontext
Martin Luther (1483–1546) war der Begründer der Reformation und stellte viele traditionelle kirchliche Lehren in Frage. Während die katholische Kirche den Reichtum ihrer Institutionen verteidigte, betonten einige christliche Gruppen extreme Armut als Ideal.
Das Zitat steht im Kontext von Luthers realistischem Zugang zur Lebensführung. Er lehnte sowohl den übermäßigen Reichtum der Kirche als auch eine radikale Ablehnung von Besitz ab. Für ihn war wirtschaftlicher Wohlstand nicht an sich schlecht – entscheidend war, dass er nicht zur Gier oder zur Ausbeutung anderer führte.
Zur Zeit Luthers war Europa von ökonomischen Umbrüchen geprägt. Die Reformation führte zu einer veränderten Sichtweise auf Arbeit und Besitz, insbesondere in protestantischen Gebieten, die später wirtschaftlich erfolgreicher wurden als katholische Länder.
Auch heute bleibt Luthers Sichtweise aktuell. In Debatten über Kapitalismus, soziale Gerechtigkeit und Ethik des Reichtums stellt sich immer wieder die Frage, wie man mit Geld verantwortungsbewusst umgehen kann. Luthers Worte erinnern daran, dass Besitz nicht verdammt, aber auch nicht verherrlicht werden sollte – sondern mit Weisheit genutzt werden muss.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Martin Luther
- Tätigkeit:
- deutscher Theologe, Mönch und Reformator
- Epoche:
- Spätrenaissance / Manierismus
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- Emotion:
- Keine Emotion