Es war wirklich ein Wunder, wenn man an den Krieg dachte und an Tausende von armen Kerlen, die ihr ganzes Leben vor sich hatten, zusammengeschaufelt und schon halb vergessen waren; es war ein Wunder.
- Virginia Woolf

Klugwort Reflexion zum Zitat
Virginia Woolfs Zitat vermittelt eine tiefe, melancholische Reflexion über die Grausamkeit des Krieges. Sie beschreibt, wie junge Menschen, die ihr ganzes Leben noch vor sich hatten, im Krieg sinnlos geopfert wurden – und wie schnell ihre Existenz in Vergessenheit geriet.
Diese Worte unterstreichen die Absurdität des Krieges: Während für manche Menschen der Alltag weitergeht, werden Tausende von Leben ausgelöscht, oft ohne bleibende Erinnerung. Die Ironie des Begriffs 'Wunder' verstärkt diese Tragik, da es sich nicht um ein Wunder der Hoffnung, sondern um eines der Grausamkeit und der schnellen Vergänglichkeit handelt.
Das Zitat fordert uns auf, über unser eigenes Verhältnis zur Geschichte nachzudenken. Wie erinnern wir uns an diejenigen, die für politische oder militärische Zwecke geopfert wurden? Ist Vergessen unvermeidlich oder ein gesellschaftliches Versagen?
Letztendlich ruft Woolfs Zitat dazu auf, Kriege nicht nur als historische Ereignisse zu betrachten, sondern die verlorenen Leben dahinter wahrzunehmen – und vielleicht daraus eine Verpflichtung abzuleiten, alles zu tun, um solche Tragödien zu verhindern.
Zitat Kontext
Virginia Woolf (1882–1941) war eine britische Schriftstellerin und eine der bedeutendsten Vertreterinnen der literarischen Moderne. Sie beschäftigte sich intensiv mit gesellschaftlichen, feministischen und existenziellen Themen.
Ihr Zitat spiegelt ihre kritische Haltung gegenüber Krieg und Gewalt wider. Der Erste Weltkrieg hatte ihre Generation tief geprägt und hinterließ Spuren in ihrer Literatur, besonders in Romanen wie 'Mrs Dalloway'.
Woolf kritisierte die Art und Weise, wie Gesellschaften mit Krieg umgehen – wie sie ihn verherrlichen, vergessen oder verdrängen. Ihre Worte bleiben auch heute relevant, insbesondere angesichts aktueller Konflikte und der Tendenz, die Opfer von Kriegen in Statistiken und historischen Aufzeichnungen zu reduzieren.
Ihr Zitat mahnt uns, die individuellen Schicksale hinter großen politischen Entscheidungen nicht zu vergessen und Krieg nicht als abstraktes Konzept, sondern als menschliche Katastrophe zu begreifen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Virginia Woolf
- Tätigkeit:
- brit. Schriftstellerin
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion