Es gibt keine abstrakte Kunst. Man muss immer mit etwas beginnen. Nachher kann man alle Spuren des Wirklichen entfernen. Dann besteht ohnehin keine Gefahr mehr, weil die Idee des Dinges inzwischen ein unauslöschliches Zeichen hinterlassen hat. Es ist das, was den Künstler in Gang gebracht, seine Ideen angeregt, seine Gefühle bewegt hat. Es ist das, was den Künstler ursprünglich in Gang gebracht, seine Ideen angeregt, seine Gefühle in Schwung gebracht hatte.
- Pablo Picasso

Klugwort Reflexion zum Zitat
Picasso stellt in diesem Zitat eine interessante Perspektive zur abstrakten Kunst dar. Für ihn ist keine Kunst wirklich 'abstrakt', sondern immer ein Produkt eines ursprünglichen Gedankens oder einer Idee. Die Kunst beginnt stets mit etwas Greifbarem – sei es ein realer Gegenstand, ein Gefühl oder ein Gedanke – und erst im kreativen Prozess entfernt der Künstler alle Spuren der Realität. Diese Vorstellung impliziert, dass die Abstraktion nicht aus dem Nichts entsteht, sondern immer auf einer Grundlage beruht, die der Künstler entweder aus seiner Wahrnehmung der Welt oder aus seinen inneren Erfahrungen schöpft. Das Bild oder Kunstwerk, das am Ende entsteht, ist daher ein Rückzugsort für die ursprüngliche Idee, die im kreativen Prozess transformiert und oft in eine rein symbolische oder emotionale Form überführt wird.
Dieses Zitat eröffnet einen tiefen Einblick in den kreativen Schaffensprozess und betont, dass es bei der abstrakten Kunst nicht um das Loslösen von der Realität geht, sondern um die Transformation von Eindrücken und Erfahrungen in etwas Neues. Es fordert uns dazu auf, die Tiefe und die Ausgangsidee hinter einem Kunstwerk zu suchen, anstatt es nur auf seine Form oder seine Farben zu reduzieren. Picasso selbst war bekannt dafür, die Grenzen der konventionellen Kunst zu überschreiten und mit neuen, unorthodoxen Techniken zu experimentieren. Das Zitat ist daher auch eine Reflexion seiner eigenen künstlerischen Reise, die durch eine ständige Auseinandersetzung mit der Realität und ihrer Umdeutung geprägt war.
Zitat Kontext
Pablo Picasso, ein Meister der modernen Kunst, revolutionierte die Kunstwelt im 20. Jahrhundert mit seinem einzigartigen Ansatz. In seiner Zeit wurde Kunst zunehmend von traditionellen Darstellungsformen befreit, und Picasso war einer der Pioniere, der die Abstraktion und das Zerlegen von Formen in seiner Kunst vorantrieb. Das Zitat spiegelt Picassos Philosophie wider, dass jede Kunst – auch die abstrakte – immer in irgendeiner Weise mit der realen Welt verbunden sein muss. Es weist auf die Entwicklung von Picasso hin, von der frühen, klassischen Malerei zu seinen späteren, experimentellen Phasen, wie dem Kubismus und der Surrealismus-beeinflussten Kunst. In einer Zeit, die von weltpolitischen Umbrüchen und künstlerischen Neuorientierungen geprägt war, suchte Picasso ständig nach neuen Wegen, die menschliche Erfahrung und die Welt um ihn herum darzustellen. Die Idee, dass Kunst aus etwas 'Realem' beginnt und sich dann von dieser Grundlage entfernt, spiegelt Picassos eigenes kreatives Streben nach Neuem und Unbekanntem wider. Historisch gesehen war der frühe 20. Jahrhundert eine Zeit des kulturellen Wandels, in der Künstler begannen, sich von der traditionellen Darstellung der Welt zu lösen und neue Wege der Ausdruckskraft zu suchen. Picassos Arbeit hatte nicht nur Einfluss auf die Kunstwelt, sondern auch auf die Art und Weise, wie wir Kunst heute verstehen – als etwas, das weit über die bloße Darstellung der physischen Welt hinausgeht. Das Zitat verdeutlicht, wie er sich als Künstler stets im Spannungsfeld zwischen Realität und Abstraktion bewegte, um seine tiefsten inneren Wahrnehmungen und Emotionen in der Kunst auszudrücken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Pablo Picasso
- Tätigkeit:
- Maler, Bildhauer, Grafiker und Keramiker
- Epoche:
- Moderne
- Emotion:
- Keine Emotion