Einen Verwandten zu töten, dessen du überdrüssig bist, ist schon etwas. Aber danach seinen Besitz zu erben, das ist wahres Vergnügen.
- Honoré de Balzac

Klugwort Reflexion zum Zitat
Honoré de Balzac verwendet in diesem Zitat eine makabre und provokante Ironie, um die Gier und Egoismen innerhalb familiärer Beziehungen bloßzustellen. Das Zitat wirkt auf den ersten Blick schockierend und übertrieben, entfaltet jedoch bei genauer Betrachtung eine kritische Reflexion über menschliche Schwächen, insbesondere über Habgier und das Streben nach materiellem Gewinn, selbst auf Kosten zwischenmenschlicher Bindungen.
Balzacs Aussage fordert dazu auf, über die moralischen und emotionalen Verstrickungen nachzudenken, die sich oft in familiären Beziehungen zeigen. Es wirft die Frage auf, wie weit Menschen bereit sind zu gehen, um ihre eigenen Wünsche zu erfüllen, und ob materielle Vorteile tatsächlich über emotionale und moralische Werte gestellt werden sollten. Diese satirische Darstellung zeigt, wie Besitzstreben Konflikte und sogar Verrat innerhalb familiärer Strukturen hervorrufen kann.
Das Zitat inspiriert dazu, die eigenen Prioritäten zu hinterfragen und darüber nachzudenken, ob materielle Ziele das Wichtigste im Leben sein sollten. Balzac fordert durch seinen sarkastischen Ton auf, die Bedeutung von Familie, Loyalität und ethischem Handeln neu zu bewerten. Seine Worte dienen als Mahnung, den Wert menschlicher Beziehungen nicht dem Streben nach Reichtum oder persönlichem Vorteil zu opfern.
Zitat Kontext
Honoré de Balzac, ein bedeutender französischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnigen und oft schonungslosen Beobachtungen über die Gesellschaft seiner Zeit. Dieses Zitat stammt aus einem Kontext, in dem Balzac die moralische Korruption und die zerstörerischen Auswirkungen von Habgier und materiellem Streben thematisiert.
Im historischen Kontext des frühen 19. Jahrhunderts war Frankreich durch den sozialen Aufstieg des Bürgertums und die damit verbundenen materiellen Ambitionen geprägt. Balzacs Werke, insbesondere seine *Menschliche Komödie*, schildern detailliert die Konflikte, Intrigen und moralischen Abgründe, die sich aus dem Streben nach Reichtum und Macht ergaben.
Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es die zeitlose Problematik von Habgier und moralischer Entfremdung innerhalb familiärer und sozialer Strukturen anspricht. Balzacs Worte fordern uns auf, die Auswirkungen von Egoismus und Materialismus kritisch zu hinterfragen und die Prioritäten in unseren Beziehungen und Zielen bewusst zu setzen. Seine provokative Sprache dient als Anstoß für eine tiefere Auseinandersetzung mit der menschlichen Natur und den Werten, die unser Handeln leiten sollten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Honoré de Balzac
- Tätigkeit:
- franz. Schriftsteller
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion