Einem Gelehrten fehlet immer etwas, entweder die Farbe – oder der Atem – oder die peristaltische Bewegung – oder der Magensaft – oder der sogenannte gesunde Verstand.

- Jean Paul

Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat

Mit einer humorvollen und zugleich kritischen Note beschreibt Jean Paul die Unvollkommenheit selbst der gelehrtesten Menschen. Er illustriert, dass selbst bei intellektueller Exzellenz oft grundlegende oder menschliche Eigenschaften fehlen können – sei es Kreativität ('die Farbe'), Vitalität ('der Atem'), gesunde körperliche Funktionen ('die peristaltische Bewegung' oder 'der Magensaft') oder praktischer Verstand. Diese Aussage spielt darauf an, dass kein Mensch – auch nicht der Gelehrte – frei von Schwächen oder Einschränkungen ist.

Das Zitat fordert dazu auf, intellektuelle Leistungen nicht über andere menschliche Qualitäten zu stellen. Es erinnert daran, dass wahres Wissen und Weisheit im Gleichgewicht zwischen Intellekt, Körper und praktischer Vernunft liegt. Gleichzeitig regt es zur Selbstironie an, da es menschliche Unvollkommenheit mit einem Augenzwinkern betrachtet.

Zitat Kontext

Jean Pauls Zitat entstammt einer Zeit, in der Bildung und Gelehrsamkeit hochgeschätzt wurden, aber oft mit einer gewissen Selbstgefälligkeit verbunden waren. Seine Worte sind eine subtile Kritik an der Überbewertung des Intellekts und eine Hommage an die Vielfalt menschlicher Fähigkeiten.

Daten zum Zitat

Autor:
Jean Paul
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion